Per Videochat präsentieren die Kinder, was sie in den zurückliegenden Wochen erarbeitet haben. 
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Per Videochat präsentieren die Kinder, was sie in den zurückliegenden Wochen erarbeitet haben. 

Schultheater

Schultheatertage in Frankfurt: Videos statt Bühne

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Die Schultheatertage und das Festival Tusch mussten neue Wege für ihre Projekte finden.

Auf der Leinwand winken rund ein Dutzend Kinderhände dem überschaubaren Publikum im Gallus-Theater zu. Die Klasse 4c der Grundschule Riedberg zeigt, was sie in den letzten Wochen mit Künstlerin Nicole Peinz vom Theater erarbeitet haben. Ein Gedicht über den Klimawandel, eine Geschichte mit dem Ingwerstück Günther oder Fragen an die Erwachsenen. Gerne hätten sie ihre Arbeiten aufgeführt, sagt Maja, aber das ginge ja leider nicht. Einen kleinen Applaus können sie aber bis in ihre Wohnungen hören.

Das diesjährige Tusch-Spektakel (Theater und Schule) kann nicht in seiner gewohnten Form stattfinden. Darum haben sich die Veranstalter überlegt, was stattdessen möglich ist. Durch viele Partnerschaften zwischen Theatern und Schulen sei es gelungen, trotzdem miteinander zu arbeiten, heißt es von den Organisatoren. 15 Kooperationen seien in diesem Jahr an den Start gegangen. Digital sei zwar kein Ersatz, aber es habe geholfen, die Bindungen zu festigen und mit neuen Formen zu experimentieren.

Theater Digital

Die virtuellen Schultheatertage 2020 sind ab heute, 26. Juni, um 17 Uhr auf fstt.schultheater.de zu sehen.

Die digitalen Ergebnisse der diesjährigen Tusch-Zeit werden in den Sommerferien auf der dann neu überarbeiteten Homepage tusch-frankfurt.de verlinkt.

Das Tusch-Spektakel soll 2021 vom 22. bis 24. Juni wieder im Gallus-Theater stattfinden. jkö

Auch die Gruppen der Frankfurter Schultheater-Tage haben umgeplant neue Formate und Themen gefunden. Das Festival findet diesmal online statt. Einen kleinen Einblick in die Produktionen von elf Theatergruppen aus zehn Schulen gab es am Donnerstag. Schülerinnen der Neuen Gymnasialen Oberstufe haben aus Kleists Kohlhaas eine Michaela gemacht. Auf Video erzählen sie, warum. „Weil wir genervt sind, dass es immer nur um Männer geht“, sagt eine Schülerin. „Frauen können auch stark sein“, sagt eine andere. Das sei die Idee der Schülerinnen gewesen, sagt Lehrer Ralf Gengnagel. Partner ist hier das Theater Landungsbrücken.

Eigentlich sollten jetzt 20 Clowns auf der Bühne stehen, erzählen Liora Hilb vom Theater La Senti Menti und Lehrerin Tanja Schmitz. Die Klasse 3 b der Bonifatiusschule wollte sogar ihre Kostüme selbst gestalten. Doch dann kam der Lockdown. Um den Kontakt zwischen Theater und Kindern zu erhalten, konnten die Schüler Bilder malen, Gedichte und Texte schreiben. Herausgekommen seien viele großartige Werke, so dass Hilb und Schmitz daraus ein Buch gestalteten.

Es sei eine tolle Sache, dass die Schultheater doch möglich gemacht worden seien, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Aber bestimmt eine Herausforderung und nicht einfach. Und sie verrät: Die Stadt werde auch weiter die Schultheatertage unterstützen, das habe man gerade unterschrieben. Denn Theaterspielen sei ein wichtiges Element für die Schulen.

Und das wollen die Veranstalter von Tusch und den Schultheatertagen weiter möglich machen – trotz Abstand. Und sind sicher: „Da geht mehr, als man denkt.“

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