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Schülerinnen und Schüler fordern Wechselunterricht, um besser den Mindestabstand einhalten zu können.

Bildung

Schulstreik für Corona-Hygienekonzept

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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Schülerinnen und Schüler in Frankfurt fordern die Einführung des Wechselunterrichts, weil sie sich an ihren Schulen nicht mehr sicher fühlen. Der Landesregierung drohen sie mit Streik.

Schüler:innen aus sechs Frankfurter Schulen und dem Stadtschüler:innenrat fordern eine sofortige Einführung der dritten Stufe des hessischen Hygienekonzepts – und drohen andernfalls mit Streik. „Wir fühlen uns mit den jetzt getroffenen Maßnahmen in den Schulen nicht mehr geschützt“, schreiben die Unterzeichner:innen einer Rundmail an die Medien. Sie fordern die Landesregierung auf, „in ein Hybridmodell an Schulen überzugehen, da der Mindestabstand zurzeit an den meisten Schulen nicht einhaltbar ist und wir uns von Masken alleine nicht genug geschützt fühlen. Wir haben Angst, selbst infiziert zu werden und unkontrolliert Mitschüler:innen und Familie anzustecken. Das Wechselmodell sorgt dafür, dass Ansteckungen an Schulen minimiert werden, Kontaktpersonen leichter nachverfolgt werden können und der Mindestabstand eingehalten werden kann.“

Angesichts des nahenden Winters sprechen sich die Unterzeichner:innen auch für Luftfilter im Klassenraum aus. „Dann kann die gegebene Mindesttemperatur in Klassenräumen besser eingehalten werden und das Immunsystem der Schüler:innen und Lehrer:innen wird nicht zusätzlich durch vermeidbare Erkrankungen geschwächt.“ Falls ihre „Forderungen und Ängste“ nicht ernstgenommen werden sollten, sähen sie sich „gezwungen, in einen Schulstreik zu treten“. Zu den Unterzeichner:innen gehören die Schüler:innenvertretungen der Ziehenschule, der Neuen Gymnasialen Oberstufe, des Riedberg-Gymnasiums, des Goethe-Gymnasiums, der Otto-Hahn-Schule und der Elisabethenschule.

In sozialen Netzwerken wird dazu bereits für Montag, 30. November, getrommelt, wenn von 11 Uhr an vor dem Gesundheitsamt in der Breiten Gasse demonstriert werden soll. Alternativ wird der „digitale Streik“ durch Schwänzen empfohlen.

Bisher gegen flächendeckenden Hybridunterricht

Bisher haben sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt stets gegen einen flächendeckenden Hybridunterricht ausgesprochen, also den Wechsel zwischen Lernen in der Schule und zu Hause. Die IGS Kalbach-Riedberg will als erste Frankfurter Schule dennoch auf Hybridunterricht setzen. Schon vor dem neuerlichen Bund-Länder-Gespräch dazu hatte die Schule beschlossen, ein Wechselmodell zwischen Präsenz- und Fernunterricht einführen zu wollen – unabhängig davon, was die Politiker:innen entscheiden würden. „Wir können es nicht mehr verantworten, dass alle Kinder täglich in die Schule kommen“, sagt Susanne Gölitzer, die Leiterin der IGS Kalbach-Riedberg. Zwei Wochen lang habe man sich mit dem Krisenteam der Schule beraten, habe zahlreiche digitale Elternabende organisiert, um alle in diese Entscheidung einzubeziehen. „Wir sind uns einig, dass wir dringend die Klassen verkleinern müssen.“

In den Klassen sei es wegen des Dauerlüftens eisig kalt. Der Krankenstand sei enorm hoch, weil sich so viele Lehrer:innen erkältet hätten. Immer mehr Schüler:innen müssten wegen Kontakten zu Corona-Infizierten in Quarantäne. „Viele Eltern lassen ihre Kinder schon jetzt zu Hause, weil ihnen das Infektionsrisiko bei so vielen Menschen auf engstem Raum zu groß ist“, sagt die Schulleiterin.

Deshalb will die Schule beim Staatlichen Schulamt den digital gestützten Distanzunterricht beantragen, ein Angebot von Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), um den Schulen während der Corona-Pandemie mehr Flexibilität bei der Organisation des Unterrichts zu ermöglichen. Es gibt allerdings eine Beschränkung: An weiterführenden Schulen dürfen maximal 25 Prozent des Unterrichts digital stattfinden, an Berufsschulen 50 Prozent.

Unterricht verstärkt per Videokonferenz

Die IGS Riedberg-Kalbach plant, dass die Kinder im täglichen Wechsel zu Hause und im Klassenraum unterrichtet werden. „Der regelmäßige Präsenzkontakt ist uns wichtig“, sagt Gölitzer. Das Lernmaterial könnten sich die Schüler:innen über die Plattform „Moodle“ besorgen. Zudem soll der Unterricht verstärkt per Videokonferenz stattfinden. Jetzt muss nur noch die Schulkonferenz zustimmen, ein Antrag beim Staatlichen Schulamt gestellt werden und das Kultusministerium seinen Segen geben.

Bisher gibt es in Frankfurt zwei berufliche Schulen, die einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht eingeführt haben, wie Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamts, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. Das Gesundheitsamt hatte das Hybridmodell angeordnet, nachdem es in den Einrichtungen zahlreiche Corona-Fälle gegeben hatte.

„Ein Antrag auf den digital gestützten Unterricht liegt uns bisher noch nicht vor“, sagt Spyra. Sprich: Die IGS Riedberg-Kalbach wäre die erste Frankfurter Schule mit Wunsch nach diesem Modell.

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