Zusammenarbeit

Schulen müssen sich selbst einigen

  • schließen

Inklusive Schulbündnisse starten im nächsten Schuljahr. Die Schulen verteilen dabei in einem Bündnis die Ressourcen nach eigenen Kriterien.

Die Stadt will die inklusiven Schulbündnisse ab dem kommenden Schuljahr in Frankfurt umsetzen. Sie sollen dazu beitragen, dass alle behinderten Kinder einen Platz an einer Regelschule bekommen, wenn die Eltern das wünschen. Schulen und Institutionen sollen sich abstimmen, damit Übergänge von Kindergarten in die Grundschule, in die weiterführende Schule und in den Beruf besser funktionieren. „Die Ablehnung von Wünschen zur inklusiven Beschulung soll vermieden werden“, sagte Michael Stenzel vom Staatlichen Schulamt am Montagabend im Bildungsausschuss. Dort wurden die Schulbündnisse für Frankfurt vorgestellt.

Die Stadt ist in sechs Schulbündnisse aufgeteilt, jedes hat ein regionales Beratungs- und Förderzentrum (BFZ), das die Förderlehrer für die Grund- und weiterführenden Schulen stellt. Wenn es um die Verteilung der Inklusionskinder der Region auf Schulen geht,sollen die Zuständigen in allen Schulen eines Bündnisses mit denen vom BFZ zusammensitzen. „Sie sollen über Aufnahme und Aufnahmekriterien sprechen“, sagte Stenzel. Sich absprechen, welches Kind auf welche Schule gehen soll – unter der Berücksichtigung der Wünsche der Eltern.

Die Bündnisse werden aufgrund der jüngsten Novelle des hessischen Schulgesetzes eingeführt. Jedes Bündnis in Frankfurt regelt selbst, nach welchen Kriterien es die der Region zugewiesenen Förderstunden auf die Schulen verteilt. So könnte ein Bündnis etwa einen Sockelbetrag für jede Schule festlegen, sich eine Pauschale für jede integrierte Gesamtschule überlegen, eine Stundenzuweisung an den Schülerzahlen festmachen. „Bisher hat das BFZ die Stunden zugewiesen, das hat für Unmut gesorgt“, sagte Stenzel. Nun müssen sich die Schulen untereinander einigen.

Sollten eine Einigung nicht klappen, „dann muss das Staatliche Schulamt im Zweifelsfall Position beziehen“, sagte Stenzel. Aus der Erfahrung anderer Schulämter wisse er aber, „dass das selten vorkommt“. Die Förderlehrer im Schulbündnis sollten auch keine „Wanderlehrer“ sein, sagte Stenzel. „Ziel ist es, Lehrkräfte mit einer vollen Stundenzahl an eine Schule abzuordnen,“ - damit die Arbeit mit den Schülern nicht durch Wechsel unterbrochen werde, sich kein Zeitverlust der Lehrer durch Fahrtzeiten zwischen Schulen ergebe.

Die Konturen der sechs Schulbündnisse haben sich „aus den Schulwünschen der Eltern der vergangenen drei Jahre ergeben“, sagte Stenzel. Man habe geschaut, an welchen Haupt-, Real- und Gesamtschulen Eltern einer Region ihre Kinder etwa nach der Grundschule weiterbeschult haben wollen. Die Konturen stimmten nun mit 70 bis 90 Prozent der Wünsche überein, sagte Stenzel. Und bei den Konferenzen der Bündnisse, die in diesem Schuljahr implementiert worden sind, hat sich für Stenzel gezeigt: „Es beteiligen sich Schulen aktiv, von denen ich es vorher vermisst habe.“ Zum Beispiel die Gymnasien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare