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Alix Puhl, Peter Feldmann und Schülervertreter in der Pauslkirche. Foto; Renate Hoyer.
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Alix Puhl, Peter Feldmann und Schülervertreter in der Pauslkirche. Foto; Renate Hoyer.

Suzidpräventionstag

Schulen in Frankfurt: Tabuthema Suizid

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Der erste Frankfurter Schul-Suizidpräventionstag in der Paulskirche setzt auf Aufklärung. Denn Suizide können verhindert werden.

Etwa 30 Menschen nehmen sich in Deutschland pro Tag das Leben. In Frankfurt etwa zwei in der Woche. Viele Suizide ließen sich verhindern, wenn die Betroffenen rechtzeitig Hilfe erhalten. „Das Thema Suizid ist aber tabuisiert“, sagt der 17-jährige Harrison Krampe vom Stadtschüler:innenrat (SSR). An den Schulen etwa wisse niemand, wie damit umzugehen sei. Gerade die Corona-Zeit habe Auswirkungen auf die mentale Gesundheit gehabt. Bei einer Vollversammlung des SSR im Frühjahr sei die psychische Belastung von vielen angesprochen worden. „Keine sozialen Kontakte, kein Sport, immer drinnen.“

Um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu geben, hat der SSR gemeinsam mit der ehemaligen Stadtelternbeirätin und Trägerin der Bürgermedaille Alix Puhl den ersten Frankfurter Schul-Suizidpräventionstag organisiert. Die Schirmherrschaft übernahm Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Am Donnerstag trafen sich nun rund 200 Schüler:innen aus etwa 25 Schulen und die Vertreter:innen von Hilfs- und Präventionsinitiativen in der Paulskirche, um Hilfsangebote aufzuzeigen. „Um Ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, damit Sie Ihr Umfeld sensibler wahrnehmen“, sagte Feldmann.

Hilfe

Hilfe für Suizidgefährdete und ihr Umfeld gibt es bei der Nummer gegen Kummer 116 111, bei der Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder auch bei www.frans-hilft.de

Und die Schülerinnen und Schüler nehmen ganz viel mit von diesem Tag. „Die Betroffenen müssen wissen, dass sie nicht alleine sind“, sagt der 15-jährige Kami Neuling. „Das Alleinegefühl ist das größte Problem.“ Auch Lasse Weigelt vom SSR hat erfahren, dass es bei der Äußerung von suizidalen Gedanken den Personen „nicht darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist wichtig, einfühlsam zu sein, bei ihnen zu sein, und Hilfe zu finden“.

Doch Hilfe zu finden ist gar nicht so einfach, wenn man nicht weiß, wo man sie suchen soll. „Die Lehrerinnen und Lehrer sind dafür ja nicht ausgebildet“, erklärt Krampe. Auch Puhl sagt, dass „viele Schulen kein Beratungsteam haben und die Schülerinnen und Schüler nicht wissen, an wen sie sich wenden können“. Für mehr Fortbildungen der Lehrkräfte setzt sich Puhl beim Hessischen Kultusministerium ein. Aber es gibt auch Angebote wie die Telefonseelsorge oder die Nummer gegen Kummer, an die sich Betroffene und ihr Umfeld wenden können.

Und es gibt FRANS, das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention. 75 Initiativen sind darin vernetzt und werden im Gesundheitsamt koordiniert. „Wir wollen die Gesellschaft über das Thema aufklären“, sagt Koordinatorin Ina Beig. Niedrigschwellige Angebote zu machen, die Scheu nehmen, auch die kleinste Frage zu stellen, das sei der wichtigste Schritt. Denn „ein Suizid passiert nicht aus dem Nichts“, sagt Beig. Es gebe immer Risikofaktoren. „90 Prozent haben eine psychische Erkrankung“. Meist eine Depression. Aber: „Das wir oft erst retrospektiv festgestellt.“ Fünf Stunden lang haben sich die Schüler:innen am Donnerstag mit dem Thema Suizidprävention auseinandergesetzt. Puhl, die selbst betroffen ist, weil ihr Sohn sich vor einem Jahr das Leben nahm, will als nächstes einen Suizidpräventionstag für Eltern organisieren. Sie hofft, dass der Schul-Suizidpräventionstag zur jährlichen Veranstaltung wird und „die Schülerinnen und Schüler davon etwas mitnehmen in ihre Schulen und dort etwas bewegen“.

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