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Schulen in Frankfurt: Ein Fremder auf dem Schulweg

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Von: Oliver Teutsch

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Eltern im Frankfurter Norden nach erneutem Vorfall besorgt über versuchtes Kidnapping. Polizei erhöht zivile Präsenz.

Das neue Schuljahr hätte für Eltern und Kinder im Frankfurter Norden besser beginnen können. Am Dienstag soll ein Mann ein Kind der Ludwig-Richter-Grundschule in Eschersheim auf dem Weg zwischen Schule und Kita angesprochen haben. Ein besorgter Vater, der selbst Kinder auf zwei Schulen in Eschersheim hat, wandte sich an die FR und berichtete von einer versuchten Entführung. Die Polizei ist sich da nicht so sicher. Fest steht, dass es bereits im Mai vier Fälle in Ginnheim, Eschersheim und Seckbach gegeben hat, bei denen Grundschulkinder von einem Mann belästigt wurden. Die Polizei stufte die Fälle als ein „verdächtiges Ansprechen“ ein. In zwei Fällen sollen die Kinder gebeten worden sein, doch in ein Auto einzusteigen. „Die Fälle waren aber ganz unterschiedlich gelagert“, sagt Polizeisprecher Manfred Füllhardt. Sowohl die Vorgehensweisen als auch die Beschreibungen von Auto und Täter seien so unterschiedlich gewesen, dass die Polizei keinen Zusammenhang zwischen den Fällen sehen konnte.

Nach einer längeren Pause ohne Vorfall war nun erneut ein Kind der Ludwig-Richter-Schule betroffen. Bei dem Elternabend der ersten Klassen am Mittwoch war der Vorfall natürlich ein Thema, sagt Schulleiter Tobias Oswald, der versucht, das Thema bei aller Aufgeregtheit der Eltern möglichst sachlich zu halten: „Wir verweisen immer wieder auf unsere zwei Säulen: Laufgruppen etablieren und den Schulweg möglichst pünktlich und zügig absolvieren.“ Pünktlich und zügig deshalb, damit zu Hause und im Hort sofort die Alarmglocken schrillen, wenn ein Kind nicht in angemessener Zeit nach Schulschluss im Hort oder zu Hause eintrifft.

Laufgruppen sollen helfen

Bei den Laufgruppen geht es darum, dass die Kinder die Wege zwischen Schule, Hort und Zuhause möglichst gemeinsam mit anderen absolvieren. Dafür werde schon bei der Einteilung der Klassen darauf geachtet. Kinder aus dem gleichen Hort oder der Nachbarschaft in dieselbe Klasse einzuteilen. „Auf Elternabenden sprechen wir das auch gezielt an“, so Oswald. Auf den konkreten Fall vom Dienstag, bei dem das Konzept Laufgruppe offenbar nicht geklappt hat, wollte der Schulleiter nicht eingehen, gab aber zu bedenken: „Gerade Erstklässler haben noch Probleme, sich an Grundprinzipien zu halten.“

Eltern gibt er daher den Tipp, die „Erziehung zur Selbstständigkeit zu moderieren“. Dazu gehöre, einen fest vorgegebenen Schulweg mit den Kindern abzulaufen, wenn es sein muss auch häufiger, je nach Entwicklungsstand des Kindes. Oswald betont aber: „Wir sind absolut gegen Elterntaxis.“ Dies behindere die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstvertrauen und die Interaktion mit anderen Kindern.

Die Polizei ist für die Thematik im Frankfurter Norden sensibilisiert. „Wir haben Zivilstreifen im Einsatz“, sagt Sprecher Füllhardt, gibt aber auch zu bedenken, dass es sich um ein recht großes Gebiet handele.

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