In Frankfurt bleibt es vorerst beim Präsenzunterricht.
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In Frankfurt bleibt es vorerst beim Präsenzunterricht.

Corona

Schulen bleiben im Regelbetrieb

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Stadt Frankfurt will an den Schulen kein Wechselmodell einführen – vorerst. Sie erlaubt den Eltern aber nun, Lüfter für die Klassenzimmer anzuschaffen.

Der Frankfurter Stadtschüler:innenrat fordert die Einführung eines Wechselmodells an den Schulen – Präsenzunterricht soll also im Wechsel mit Distanzunterricht stattfinden. „Trotz der aktuell ernsten Lage müssen alle Schüler:innen weiterhin regulär wie vor der Pandemie die Schule besuchen“, schreiben die Schülerinnen und Schüler in einer Stellungnahme. Doch das sei „grob fahrlässig“, da sie sich durchaus in der Schule untereinander mit dem Coronavirus anstecken könnten. „Diese Schüler:innen tragen die Infektion dann nach Hause und gefährden Eltern sowie Großeltern.“

Doch ein Wechselmodell wird es in Frankfurt nicht geben. Zumindest nicht diese Woche. In der Sitzung des städtischen Verwaltungsstabs am Mittwoch war ein solcher Schichtbetrieb an Schulen zwar Thema, „aber aus unserer Sicht ist es nicht begründbar, alle Schülerinnen und Schüler die Hälfte der Zeit nach Hause zu schicken“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Man beobachte auch, was in anderen Kommunen geschehe – so wird das Wechselmodell etwa in Offenbach eingeführt. „Aber da wir bei positiven Fällen anders als andere vorgehen, können wir einen relativ normalen Regelbetrieb erhalten.“

So gebe es in Frankfurt ein eigenes Team im Gesundheitsamt, das sich nur um Tests und Kontaktverfolgungen in Kitas und Schulen kümmere. „Das haben andere Städte nicht“, sagte Weber. In Frankfurt sei es so meist nur nötig, die infizierte Person und Kontaktpersonen ersten Grades aus der Klasse zu nehmen. Die anderen könnten – mit Maske – weiterarbeiten. „Andere Kommunen müssen ganze Klassen nach Hause schicken.“ Allerdings werde man die weitere Entwicklung der Infektionszahlen beobachten und wenn nötig auch ein Wechselmodell in Betracht ziehen, sagte Weber. „Nächste Woche werden wir wieder darüber entscheiden.“ Bei Lüftern ändert die Stadt dagegen nun diese Woche ihren Kurs. Sie lehnte es bisher ab, dass Eltern für die Klassenzimmer Luftreiniger besorgen. Auch deshalb, weil „am regelmäßigen Lüften beim Infektionsschutz kein Weg vorbeiführt“, sagte Weber. An einigen Schulen wie der Franckeschule haben Eltern jedoch schon Spendenbereitschaft für Lüfter signalisiert. An der Heinrich-Seeliger-Schule wurden sogar schon Apparate gekauft. „Eltern dürfen nun die Geräte aufstellen, wenn sie über den Infektionsschutz hinaus die Luftqualität verbessern wollen“, sagte Weber. Ein entsprechendes Schreiben werde am heutigen Donnerstag an die Schulen verschickt.

Allerdings müssen gewisse Bedingungen erfüllt werden. So sollen die Geräte etwa einen Luftdurchsatz von mindestens 1000 Kubikmeter pro Stunde haben. Auch muss die Schule zusichern, dass die Apparate fachgerecht gereinigt und gewartet werden. „Für kleinere Geräte braucht man kein Fachpersonal“, sagte Weber. „Aber man muss schon aufpassen, dass beim Filterwechsel die Umgebung nicht kontaminiert wird.“

Darüber hinaus hat die Stadt am Mittwoch beschlossen, die geltenden Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu verlängern. Maskenpflicht auf Straßen innerhalb des Alleenrings etwa gilt bis 30. November.

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