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Helfer legen Hand im Garten an.

Dornbusch

Schuften für den guten Zweck

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Am Malteser Social Day graben Freiwillige den Garten der Anne-Frank-Schule um. Stadtweit engagieren sich 950 Freiwillige in 102 Projekten.

Moment, ich muss das hier noch halten“, sagt Gabriela Horneck, und macht sich mit ihren Kollegen an dem silbernen Gerüst zu schaffen, das mal einen Kräutergarten ergeben soll. Im Garten der Anne-Frank-Schule wuseln weitaus mehr ältere Menschen als sonst herum. Sie richten Beete, bringen Kompost weg oder bauen einen neuen Holzzaun. Grund dafür ist der Malteser Social Day. Frankfurter Unternehmen geben ihren Beschäftigten einen Tag frei, damit die sich ehrenamtlich engagieren.

Banker Marcel Andretzki plagt sich gerne im Schulgarten herum. „In der Finanzwelt hat man ja die Ergebnisse nicht immer direkt vor Augen“, sagt er. Da sei das eine schöne Abwechslung. Im vergangenen Jahr hat er noch in einem Altenheim ausgeholfen. Die Freiwilligen im Garten haben das „Sonnen-Klassenzimmer“ umgezogen, eine runde Steinbank, die bisher immer der prallen Sonne ausgesetzt war. Dass das Freiluft-Klassenzimmer jetzt schattiger liegt, freut Schulleiterin Nicola Gudat. „Wir könnten diese Gartenarbeiten gar nicht alle selbst leisten“, sagt sie. Die Realschule koordiniert die Aktion Monate im Voraus. Tatkräftig unterstützt sie hierbei der Verein „Umweltlernen in Frankfurt“.

Alle Schüler wandern heute – abgesehen von der neunten Klasse. Bei ihnen stehen bald Praktika an, sie nehmen daher an einem Bewerbungstraining teil, ebenfalls im Rahmen des Social Days. Sara, zum Beispiel, ist Konditorin in spe. Anderen aus der Klasse backt sie gerne mal einen Kuchen. Heute hat sie sich den beiden Ing-Diba-Mitarbeiterinnen Natascha Derbort und Bettina Klupp gestellt. Die beobachten, dass viele Kinder zunächst schüchtern im Gespräch auftreten. Heute wollen sie etwa einen potenziellen Game-Designer, eine Fotografin und eben Sara fit machen.

„Sie bringt alles mit“, sagt Klupp. Der Schülerin sei auch bewusst, dass es leichtere Berufswege gebe. Die Neuntklässler müssen am „Social Day“ auch selbst etwas leisten. Im Flur der Schule versammeln sich die Helfer mittags zum Essen. Wurst kommt von der Schule, die restlichen Salate, Beilagen haben die Schüler von zu Hause mitgebracht. Ob sie oder die Eltern gekocht haben, lässt sich schwer feststellen.

Auch die Instandhalter von Wilhelm Brandenburg schlagen kräftig zu. Mit zwölf Männern ist die Firma angerückt. Handwerkliches liegt ihnen schon beruflich nahe. Die drei Auszubildenden Malon, Gradie und Abasin beteiligen sich ebenfalls. Gerade haben sie nahe des Eingangstors einen Zaun erneuert, davor Pflanzen gerettet und umgebettet.

30 Beschäftigte der Malteser koordinieren die 950 Freiwilligen, die am Freitag für den „Social Day“ in Frankfurt unterwegs sind. Stadtgeschäftsführer Florian Dernbach besucht mittags auch die Anne-Frank-Schule. „Ich bin dankbar“, sagt er. Mittlerweile müssen die Malteser gar nicht mehr werben, der Tag hat sich etabliert. Mal sehen, wer im nächsten Jahr den Schulgarten umgräbt.

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