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Wachsame Augen: Im EDV-Raum sprechen die Schüler der IGS West über Gefahren im Netz.

Höchst

Schüler sprechen über Cybermobbing und Fake News

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Beim "Safer Internet Day" diskutieren Schüler der IGS West in Workshops über die Gefahren im Netz.

Das Internet ist so ein bisschen wie ihr: jung, wild und manchmal schwer zu kontrollieren“, eröffnet Janes Veit den „Safer Internet Day“ an der IGS West. 104 Schüler des sechsten Jahrgangs lauschen ihrem Lehrer, als er sie mit auf eine Zeitreise nimmt und ihnen von einer Zeit erzählt, in der das Internet noch längst nicht fest in den Alltag der meisten Menschen integriert gewesen ist.

Veit erzählt etwa davon, dass er sein erstes Computerspiel nur alleine und nicht online mit seinen Freunden spielen konnte, oder dass man „wenn man online war, nicht gleichzeitig über das Festnetz telefonieren konnte“. Für die Jugendlichen klingt die Geschichte ihres etwas über 30-jährigen Lehrers in etwa soweit entfernt wie Erzählungen ihrer Großeltern.

Der „Safer Internet Day“ ist ein weltweiter Aktionstag, der auf unterschiedliche Art in mehr als hundert Ländern stattfindet. Die IGS West hat sich für einen Projekttag entschieden, um den Schülern dabei zu helfen, über „Verhaltensweisen, Einstellungen und Handlungen im Netz nachzudenken und sich auszutauschen“, erläutert Veit.

In sechs Workshops werden Themen wie Cybermobbing, Fake News oder „Gaming – Wenn spielen süchtig macht“ bearbeitet. Die Schüler sollen gemeinsam mit ihren Lehrern über einen verantwortungsvollen Umgang mit der täglichen Nutzung des Internets und den Sozialen Medien diskutieren und sich die Ergebnisse anschließend gegenseitig präsentieren.

Die Wichtigkeit des Projekttages wird deutlich, wenn Veit davon erzählt, dass es zwei bis drei Mal pro Monat vorkomme, dass Schüler ihren Lehrern Chatverläufe oder Fotos zeigten, mit denen sie von anderen gemobbt werden. Bei dem Smartphone-Messenger WhatsApp gebe es ganze Jahrgangsgruppen, in denen Schüler miteinander kommunizierten, „wenn dann Leute aus der Gruppe raus fliegen, kommen die am nächsten Tag heulend in die Schule“, sagt Veit.

Damit die Lehrer jedoch nicht die einzigen Ansprechpersonen in solchen Fällen bleiben, gibt es an der IGS West sogenannte „Digitale Helden“. Dabei handelt es sich um Schüler, die in der Prävention von Cybermobbing ausgebildet sind und als direkte Ansprechpartner für ihre Mitschüler dienen.

Zwei von ihnen, Elena und Nina aus der 9D, unterstützen ihre Lehrerin Frau Wolf bei deren Workshops zu sogenannten Fake Profilen in Sozialen Netzwerken – Profile, also, in denen Menschen sich als jemand ausgeben, der sie nicht sind.

„Als digitaler Held bekommt man Vertrauen entgegen gebracht“, berichtet Elena, nicht nur „weil wir aus eigener Erfahrung sprechen“, sondern, wie ihre Freundin Nina ergänzt, „auch weil die Schüler wissen, dass wir nichts weitersagen.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund würden sich auch immer häufiger Mitschüler an sie und ihre Mitstreiterinnen wenden.

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