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Viele große Fenster hat der Holzmodulbau der Europäischen Schule, hinter denen sich die Hitze staut.
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Viele große Fenster hat der Holzmodulbau der Europäischen Schule, hinter denen sich die Hitze staut.

Schulen in Frankfurt

Schüler schmoren im Modulbau

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Bis zu 40 Grad in den Übergangs-Klassenräumen. Die Stadt will künftig nachbessern. Eine Auskühlung in der Nacht werde reichen, das thermische Problem zu lösen, meint Harald Heußer vom Hochbauamt.

Es muss ja alles ganz schnell gehen mit dem Bau neuer Schulen. So richtig schnell. Schließlich steigen die Schülerzahlen stetig. Die Stadt setzt daher auf Holzmodulbauten. Schnell errichtet, komfortabler als herkömmliche Container. Das Gymnasium Nord etwa wird in Westhausen ab diesem Sommer in solchen Modulbauten für einige Jahre unterrichten, das Gymnasium Nied an seinem künftigen Standort auf dem Campus Westend. Vorbild für all diese neuen Schulen: die Europäische Schule. Sie hat schon so einen Holzmodulbau – und damit Probleme.

Bei Sonnenschein wird es in dem Erweiterungsbau in Niederursel viel zu heiß. „Vergangenes Jahr hatten wir bei Sonneneinstrahlung mehr als 40 Grad in den Klassenräumen, mehr als 50 in den Fluren“, sagt Karl-Heinz Endres, stellvertretender Vorsitzender des Elternvereins, der die Nachmittagsbetreuung im Holzmodulbau organisiert.

Auch in diesem Jahr habe es schon Tage mit mehr als 30 Grad im Gebäude gegeben. Die Gesundheitsrisiken wolle man nun nicht mehr eingehen und bei über 35 Grad die Kinderbetreuung schließen. „Eigentlich ist es ein schönes Gebäude“, sagt Endres. „Aber das bringt ja nichts, wenn die technischen Voraussetzungen nicht stimmen und man es nicht nutzen kann.“

„Unerträglich heiß“

Viele Fensterflächen hat der Holzmodulbau, durch die Sonne hereinscheinen kann. „Dadurch wird es so unerträglich heiß“, glaubt Endres. Die Stadt habe nun geraten, die Fenster über Nacht zur Kühlung zu öffnen, sagt Endres. „Jetzt beschweren sich die Lehrer, dass sie am Vormittag bei zwölf Grad unterrichten sollen.“ Weitere Schulen in der Bauweise zu errichten, hält Endres für „einen Scherz“.

Für Harald Heußer vom Hochbauamt hat die Aufregung über den Bau an der Schule auch viel mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. „Das Gebäude sieht nach richtigem Haus aus“, sagt er. „Deshalb wird erwartet, dass es auch wie ein Massivhaus mit eingebauter Lüftungsanlage funktioniert.“ Tut es aber nicht. Denn der Holzmodulbau sei ein Ersatz für einen Blechcontainer – mit höherem Standard allerdings. „Aber eine aufwendige Lüftungstechnik ist für einen temporären Bau völlig überzogen.“

Eine Auskühlung in der Nacht werde reichen, das thermische Problem zu lösen, meint Heußer. „In den hochgedämmten Häusern bleibt die Wärme drinnen“, sagt er. „Man muss daher dafür sorgen, dass es innen abkühlt.“ Die Europäische Schule werde deshalb am 9. Mai Lochbleche für einige Fenster bekommen, damit beim nächtlichen Lüften keiner einsteigen könne. Zudem soll künftig ein flexibler Sonnenschutz über dem Eingang und einem Teil des Hofes für eine verminderte Sonneneinstrahlung sorgen.

Für die weiteren Schulbauten in Holzmodulbauweise hat die Stadt aber durch die Probleme etwas dazugelernt. „Beim nächsten Mal macht man immer Dinge besser“, sagt Heußer. So werde möglicherweise etwa der Fensteranteil geringer ausfallen als an der Europa-Schule. Außerdem werde es eine thermische Simulation für jede Schule geben. „So können wir genau wissen, wie der Sonnenschutz dimensioniert werden muss“, sagt Heußer. „Thermische Probleme werden wir daher nicht mehr haben.“

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