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Seit dem Sommer demonstrieren Schüler in Hessen für mehr Klimaschutz. (Archivbild)

Umweltschutz

Schüler gehen in Frankfurt wieder fürs Klima auf die Straße

Etwa 200 Schülerinnen und Schüler nehmen in der Innenstadt an der Demo für mehr Umweltschutz teil.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, rufen junge Klimaaktivisten bei ihrem Protestzug am Freitagmittag. Am Opernplatz hält die demonstrierende Menge kurz an. „Motor aus“, rufen sie in Richtung der Autofahrer auf der Bockenheimer Anlage und halten dort den Verkehr auf. Schließlich ziehen sie weiter Richtung Römerberg, wo sich die Demonstration dann gegen 13:30 Uhr auflöst. Etwa 200 Schülerinnen und Schüler haben an der Demo für mehr Umweltschutz teilgenommen. Ihre Absicht ist klar: Sie wollen gesehen werden.

Bei der Demonstration werden die Schüler von politischer Seite unterstützt: Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) nimmt an dem Streik zum Klimaschutz teil. „Das ist der beste Politikunterricht, den man machen kann“, sagt Nissen, Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

„Ulli Nissen hat mir gezeigt, dass der Druck durch die Gesellschaft sehr wichtig ist“, sagt Jakob, ein 17-Jahre alter Klimaaktivist. Da er noch nicht wahlberechtigt sei, finde er es notwendig, sein Demonstrationsrecht zu nutzen. Dafür kommt Jakob extra aus dem rund 20 Kilometer entfernten Friedrichsdorf. „Die Schulstreiks sind unser Druckmittel“, sagt er. Für diese werden den Schülern unentschuldigte Fehlstunden eingetragen. „Wir sind heute da, obwohl es die letzte Stunde vor einer Prüfung ist“, sagt Ben, ein 13-jähriger Teilnehmer der Demo.

Weltweit protestieren Schüler, Azubis und Studierende nach dem Vorbild der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, anstatt im Unterricht oder in der Vorlesung zu sitzen. Seit Sommer demonstriert Thunberg jeden Freitag für mehr Klimaschutz. „Wären die Demos an einem Samstag, würde es keinen interessieren“, sagt Nissen.

Mit den rund 200 Teilnehmern ist die Demo eher spärlich besetzt. „Heute ist die Truppe etwas kleiner, weil alles auf nächste Woche zugeht“, sagt die 16-jährige Helena Marshall, Mitorganisatorin der Frankfurter Ortsgruppe der Bewegung „fridays for future“ (Freitage für die Zukunft).

Nach dem Protestzug soll es in der nächsten Woche, am bisherigen Höhepunkt des Kampfes für Klimaschutz, auch eine Podiumsdiskussion auf dem Römerberg geben. Bei dieser sollen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sowie Vertreter der Nichtregierungsorganisation Attac und von „fridays for future“ miteinander reden. „Wir haben auch die Frankfurter Bundestagsabgeordneten eingeladen“, sagt Marshall.

Am 15. März streiken junge Aktivisten in mehr als 40 Ländern für ihre Zukunft.

von Lilian Schmitt

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