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Mit klassischer Musik auf Tuchfühlung: Paul-Hindemith-Schüler lauschen dem hr-Sinfonieorchester.

Konzertablauf

Frankfurter Schüler geben den Takt an

Das HR-Sinfonieorchester bietet Paul-Hindemith-Schülern Einblicke in den Konzertablauf.

Den Musikern des Sinfonieorchesters des hessischen Rundfunks (HR) durften am  Freitag Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Paul-Hindemith-Schule bei einem Konzert über die Schulter schauen. „Es war schön, die Noten zu lesen und gleichzeitig die Bewegungen der Hände zu sehen“, sagte die 15-jährige Mahla. Anlässlich der Hessen-Schultour verwandelte sich die Turnhalle der Schule für eine Stunde in einen Konzertsaal. Seit 2008 unternimmt das Sinfonieorchester einmal in jeder Spielzeit diese Tour, um Schülern klassische Musik nahezubringen.

Acht Schulen aus Hessen wurden in diesem Jahr für die Konzerte ausgelost. „Wir sind die einzige Schule aus Frankfurt, die dieses Glück hat“, sagte Schulleiter Matthew George. Mit Sprechgesang und Perkussion begrüßten Schüler der Klasse 6e, einer Musikklasse, das Orchester. Seit drei Jahren gibt es an der Paul-Hindemith-Schule diese Klassen, in denen Schüler einmal pro Woche zusätzlichen Musikunterricht bekommen. In der Zusatzstunde lernen sie, die Instrumente Gitarre und Keyboard zu spielen.

Alle 750 Schüler der Paul-Hindemith-Schule, von der fünften bis zur zehnten Klasse, besuchten das Konzert in der Turnhalle. Einigen waren die Lieder aus Film und Radio bekannt, etwa das Lied des Torero aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. „Wir haben bewusst Stücke aus der populären Klassik gewählt, da junge Ohren schwierige Sinfonien nicht gewohnt sind“, sagte Elena Trifonova, Lehrbeauftragte des HR. „Mir hat das letzte Lied am besten gefallen“, sagte Meryem aus der 6e über den Mambo aus dem Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein.

Moderator Stefan Hoffmann erklärte den Schülern den Aufbau und die Instrumente des Orchesters. Nach jedem Stück konnten die Schüler Fragen stellen. So fragten sie etwa, warum die Dirigentin denn so hüpfe, wenn sie den Takt angibt. „Das ist meine Art, die Musiker zum Spielen aufzufordern“, erklärte Dirigentin Anna Skryleva. Sie zeigte den Schülern, wie sie den Dirigentenstab für einen Zweier-Takt bewegen müssen. „Durch die Dirigentin war das Konzert sehr lebendig“, findet Mahla. Ein paar Schüler durften sogar selbst den Takt angeben, und das Orchester passte sich ihrem Tempo an. „Man konnte die Spannung spüren. Mit jedem Stück wurde es immer leiser“, so Moderator Hoffmann.

Die Schüler der Musikklasse sind klassische Musik gewöhnt, doch andere Schüler hatten das erste Mal Kontakt mit klassischer Musik. „Ich denke, dass dieses Konzert allen Schülern die Klassik nähergebracht hat“, sagte Vanessa Hauck, Klassenleiterin der 6e.

Von Lilian Schmitt

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