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Schulfrei heißt nicht, dass es keinen Unterricht geben sollte.

Bildung

Schüler in Frankfurt lernen im Corona-Modus

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Die Aufgaben für die Kinder und Jugendlichen sind oft umfangreicher als zunächst gedacht. Die meisten Eltern setzen bei der Bewältigung auf feste Zeiten wie in der Schule.

Nächste Woche wird sich die achte Klasse an einer Frankfurter Gesamtschule mit einer gesellschaftlich relevanten Frage beschäftigen. Gibt es eigentlich noch die klassischen männlichen und weiblichen Berufe? Oder ist es mittlerweile so, dass Männer und Frauen unabhängig vom Geschlecht jeden Beruf ergreifen können, den sie wollen? Die etwa 13 Jahre alten Schülerinnen und Schüler werden dazu einiges zu schreiben haben – allerdings nicht auf Deutsch. Besagte Aufgabe hat die Englisch-Lehrerin ihrer Klasse in die durch Corona bedingte Auszeit mitgegeben. Und so wird sie nach den Osterferien, wenn der Unterricht – hoffentlich – wieder in den Schulen stattfindet, einiges zu lesen bekommen über „male and female jobs“.

Am Freitag war vielerorts noch von fünfwöchigen Corona-Ferien die Rede. Grundschüler freuten sich über die lange scheinbar freie Zeit, Jugendliche feierten in den Parks sogar Partys, wie sie es sonst immer tun, wenn die Ferien beginnen. Die Feiern waren zum einen unpassend, weil es ja gilt, soziale Kontakte zu meiden. Zum anderen verkannten die Jugendlichen schlicht die Lage. Denn die allermeisten Lehrerinnen und Lehrer haben ihren Schülerinnen und Schülern einen durchaus straffen Plan für die Zeit ohne regulären Unterricht erarbeitet.

Fragen per Mail stellen

An vielen Gymnasien etwa galt der Grundsatz: Die Schülerinnen und Schüler sollen so lange daheim lernen, wie sie normalerweise in der Schule verbringen. Manche Lehrerinnen und Lehrer schicken auch wöchentlich oder gar täglich neue Aufgaben. Spätestens Mitte voriger Woche, als vermehrt über Schulschließungen diskutiert wurde, hatten die meisten Schulen entsprechende E-Mail-Verteiler angelegt.

Fast alle Lehrerinnen und Lehrer bieten an, bei Fragen ebenfalls per Mail Auskunft zu geben. In der Praxis zeigt sich: An Schulen wie der Elisabethenschule, die mit digitalen Lernplattformen arbeitet, erfahren die Schüler besonders viel Unterstützung.

Weniger zu tun haben in der Regel Grundschüler, aber auch hier hieß es am vergangenen Freitag: Bücher und Hefte mit nach Hause nehmen. Die Heinrich-Seliger-Schule etwa schickt den Eltern jeden Montag einen Arbeitsplan und fordert die Schülerinnen und Schüler zudem auf, Tagebuch über die außergewöhnliche Zeit zu schreiben.

Bleibt die Frage, wie sich das Lernen daheim organisieren lässt. Die meisten Eltern setzen – ähnlich wie beim Homeoffice – auf feste Strukturen. Gearbeitet wird vormittags, nachmittags haben die Kinder und Jugendlichen dann Freizeit.

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