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Gutleutviertel

Der Schönplatz wird geteilt

  • Miriam Keilbach
    VonMiriam Keilbach
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Der östliche Teil bleibt Spielplatz, der westliche wird öffentliche Fläche für alle.

Dort, wo heute der Fußgängerdurchweg den Schönplatz teilt, soll es künftig eine Trennung zwischen Spielplatz und öffentlichem Raum geben. Das ist das Ergebnis eines runden Tischs mit Nutzern und Anwohnern des Platzes, Stadtpolizei, Grünflächenamt und Ortsbeirat. Das Amt wird nun einen Gestaltungsvorschlag einbringen, der Ortsbeirat daraufhin einen Antrag zur Umwidmung verabschieden. 

Wie bei vielen Plätzen im Stadtgebiet zeigten sich auch am Schönplatz im Gutleut Interessenkonflikte. Eltern mit Kleinkindern berichten über zerbrochene Flaschen, Kippen und Drogenreste sowie über bereits am Morgen alkoholisierte Menschen auf dem Spielplatz. Das Hotel Himalaya und einige Bewohner des Übergangwohnheims für obdachlose Männer klagten über Lärm. „Es ist schon fast normal, dass man halb stoned vom Spielplatz kommt, weil hier ständig Cannabis geraucht wird“, sagte ein Anwohner mit Kleinkind. 

„Das ist kaum auszuhalten, wenn da 20 Leute zusammensitzen abends, ist es natürlich laut“, sagte ein Mitarbeiter des Hotels. Andere Anwohner wiederum erfreuen sich am belebten Platz und verbringen gerne ihre Abende mit einem Bier beim Tischtennisspielen. „Das ist eben Stadtlärm“, sagt etwa Max Förtner. 

Kein Bier beim Tischtennisspielen

Nur dass das Bier beim Tischtennisspielen, wie erst bei den Diskussionen vor einigen Wochen so wirklich bekannt wurde, nicht erlaubt ist. Denn derzeit ist der gesamte Platz inklusive des Weges als Spielplatz ausgewiesen. Dort darf weder getrunken noch geraucht werden. Ausnahme ist lediglich der Bereich mit den Tischgruppen gegenüber dem Kiosk an der Westseite. 

Bereits seit einigen Wochen wird über die Nutzung des Platzes diskutiert. Während einige fürchten, durch eine Öffnung noch mehr Menschen und damit mehr Lärm und Müll anzuziehen, kämpfen andere um ein Stück Freiheit in der Stadt. Während die Kinderbeauftragte Antje Arold-Hahn dafür plädierte, den Kindern nicht noch mehr Fläche zu nehmen, immerhin wurde schon die Tischgruppe den Erwachsenen zugeschlagen, waren sich alle anderen rund 30 Personen einig, dass eine Trennung vor allem Vorteile bringe. 

„Die Kinder können dann nach wie vor auf der Grünfläche spielen. Aber dort können sich dann eben alle aufhalten“, sagte Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Polizist Uwe Benkert glaubt, dass es leichter ist, für Ordnung auf dem Spielplatz zu sorgen, wenn der Bereich deutlicher definiert ist. Derzeit sei die bauliche Situation so, dass sich nicht erschließe, dass der gesamte Platz Spielplatz sei. 

Der Spielplatz soll am Rande des Weges kleine bunte Holzzäune bekommen. Das Zebra-Spielgerät, die Tischtennisplatte und eine Wippe, die noch kommen soll, verbleiben im westlichen Teil – wo künftig nicht mehr die Grünflächensatzung gilt. Schilder sollen die Trennung verdeutlichen. 

Kiosk-Betreiber Ahmet Tastekin bot an, eine Art Patenschaft für den Biergarten zu übernehmen, und versprach, bei seinen Kunden künftig strenger durchzugreifen. „Wenn einer laut ist, schicke ich ihn weg und verkaufe ihm keinen Alkohol mehr“, kündigte er an. „Ich will es mir mit der Nachbarschaft doch nicht verscherzen.“ 

Scherben, Lärm und Dealer

Polizei, Ortsbeirat und Nachbarschaftsbüro hoffen, dass es durch eine weitere Belebung des Platzes eine Art soziale Kontrolle seitens der Anwohner geben wird: gegen Lärm, Scherben und Drogendealerei. Weil einige Beteiligte dennoch eine Zunahme des Lärms fürchten, soll es zunächst eine Probephase geben. „Wenn das nicht funktioniert, können wir den Platz wieder umwidmen“, sagt Strank. 

Weitere Probleme, die im Zuge der Diskussion aufkamen, etwa zugeparkte Zugänge zum Schönplatz sowie die Dealerei, sollen in den kommenden Wochen erneut thematisiert werden, da sie nicht direkt im Zusammenhang mit der Umwidmung stehen. 

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