Christian Kaufmann wechselt zur Heussenstamm-Stiftung.

Personalie

Neuer Leiter für Frankfurter Heussenstamm-Stiftung berufen

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Christian Kaufmann, Chef der Heussenstamm-Stiftung, will Kunst und Soziales verbinden.

Das ist eine vielversprechende Berufung. Christian Kaufmann übernimmt die Leitung der von der Stadt verwalteten Heussenstamm-Stiftung. Er tritt die Nachfolge der in den Ruhestand gegangenen Dagmar Priepke an. Der 53-jährige Kunsthistoriker war zuvor seit 2002 Studienleiter der Evangelischen Akademie Frankfurt.

Kaufmann hatte die Akademie inhaltlich neu aufgestellt und ihr mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, Diskussionen und Projekten zur Stadtentwicklung ein schärferes Profil verliehen. Seit 2017 ist er auch stellvertretender Direktor der Akademie, am 1. Dezember 2019 wird er an die Spitze der Heussenstamm-Stiftung wechseln.

Dort will Kaufmann insbesondere die Arbeit mit Kunst fortsetzen. Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt und der Region möchte er vor allem in der Heussenstamm-Galerie, Braubachstraße 34, präsentieren. „Es ist sehr wichtig, regionale Kunst zu fördern“, sagt er im Gespräch mit der FR. Die Galerie interpretiert er als „Freiraum“, in dem die Themen Kreativität und Stadt zur Geltung kommen sollen. Und in dem er „an der Schnittstelle von Kunst und Sozialem“ arbeiten kann.

Der Kunsthistoriker möchte künftig Jahresthemen einführen, die jeweils für zwölf Monate die Arbeit der Stiftung bestimmen. Sein erstes Jahresthema für 2020 heißt denn auch konsequent „Die Stadt“. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) würdigt die „langjährige und fundierte Erfahrung“ Kaufmanns in der Frankfurter Kunstszene. Der neue Leiter werde das zeitgenössische Profil der Stiftung und die Galerie „vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Herausforderungen weiterentwickeln“.

Als nächste Ausstellung in der Heussenstamm-Galerie wird am 20. August die Schau „American Home“ von Jennifer Nastanovich eröffnet. Die US-Künstlerin zeigt in dem Raum an der Braubachstraße unter anderem die Arbeit „King Sized“: Einen nicht weniger als drei Meter langen und 2,50 Meter breiten Quilt aus Papier. Dieser setzt sich aus schriftlichen Mitteilungen einer Gruppe von Menschen zusammen, im Mittelpunkt steht eine fiktive Figur, die Nastanovich „Nasty Joe“ genannt hat. Die einzelnen Papiere falten sich zu einer Art Berglandschaft auf.

Vom 22. Oktober an sind die Fotografinnen Minka Maslowski und Nathalie Grenzhaeuser in der Galerie zu Gast. Die beiden Künstlerinnen inszenieren sich seit dem Jahr 1993 in gemeinsamen Fotografien. Neben den einzelnen Bildern entstehen auch kurze filmische „Broken Stories“.

Christian Kaufmann hat sich als neuer Leiter in einer öffentlichen Ausschreibung durchgesetzt, der Vorstand der Stiftung stimmte bereits seiner Berufung zu. Dem künftigen Kurator ist die Heussenstamm-Galerie schon seit längerer Zeit bekannt: Seit zehn Jahren gehört er schon der Jury an, die Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellungen dort beruft.

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