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Thomas Roie ist Karussellbetreiber, Schausteller und Vorsitzender des Verbandes Frankfurt/Rhein-Main.
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Thomas Roie ist Karussellbetreiber, Schausteller und Vorsitzender des Verbandes Frankfurt/Rhein-Main.

Frankfurt

Schaustellerverband: „Die vergangenen Monate hätten anstrengender nicht sein können“

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Thomas Roie, Vorsitzender des Frankfurter Schaustellerverbands, spricht im Interview über den schwierigen Wiedereinstieg nach der Pandemie.

Nachdem sie pandemiebedingt monatelang eingemottet bleiben mussten, sind Karussells, Crêpes-Stände und andere Buden, die an Kerb und Kirmes erinnern, wieder in Frankfurt zu sehen.

Thomas Roie (56) ist Vorsitzender des Frankfurter Schaustellerverbands, dem 110 Familienbetriebe angehören. Er blickt vorsichtig optimistisch auf die Zukunft und die in der Stadt jetzt begonnene verteilte „Mini-Dippemess“.

Herr Roie, was bringt den Schaustellerinnen und Schaustellern das Öffnen ihrer Fahrgeschäfte und Verkaufsstände auf dem eher niedrigen Niveau in der Frankfurter Innenstadt?

Aktuell haben wir es geschafft, mit der Stadt diese kleinteilige Geschichte zu organisieren, die 16 Betreiberfamilien unseres Verbandes weiterhilft, wenn das Wetter mitspielt. Aber das ist kein Volksfest. Moralisch schaffen wir trotzdem etwas bessere Laune, können den Bürgern ein bisschen was anbieten, wenn die Kinder beispielsweise mal wieder Karussell fahren können.

Wie haben Sie und Ihre Kolleg:innen die vergangenen Monate erlebt?

Anstrengender hätte es nicht sein können. Das hätten wir uns niemals vorstellen können, dass so was überhaupt mal passiert. Die Herbst-Dippemess vor fast zwei Jahren war unser letztes, richtiges Volksfest. Nach dem Weihnachtsmarkt im Dezember 2019 waren wir stillgelegt, wie so vieles andere auch. Aber es ist sehr komplex, wenn man als Familienbetrieb gar nicht mehr arbeiten darf. Dann hatten wir auch immer wieder auf die Corona-Hilfen gehofft, die in unserem Land sehr gut aufgestellt sind, so dass viele es doch schaffen, ihren Betrieb zu erhalten.

Können Sie einschätzen, wie schwer die Branche trotz der staatlichen Unterstützung getroffen wurde?

Wir wissen über die Berufsgenossenschaft, dass derzeit bundesweit 30 Prozent Gewerbeabmeldungen vorliegen. Das ist unsere einzige zur Verfügung stehende Information.

Welche Folgen hat das?

Junge Leute stellen sich neu auf und wandern sporadisch ab. Die Müllabfuhr in Hanau hat Bedarf gehabt. Da sind fünf Kollegen aus dem Verband untergekommen, einige weitere zum Beispiel beim Baumarkt als Lieferanten und in anderen Wirtschaftsunternehmen wie einer Kranfirma. Das hilft zwar nicht, einen großen Betrieb aufrechtzuerhalten, aber zumindest das tägliche Brot zu erwirtschaften.

Wie blicken Sie in die Zukunft?

Mit Hoffnung auf Verständnis beim Land und den zuständigen Behörden, die dann letztendlich die Vorgaben setzen, um hier sinnvoll, unter gegebener Vorsicht, arbeiten zu können und den Leuten sorgenfrei ein bisschen Spaß zu bringen.

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