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Vorab wurde der Einlass und das Sitzen mit Abstand mit einem Testpublikum im Schauspiel getestet.
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Vorab wurde der Einlass und das Sitzen mit Abstand mit einem Testpublikum im Schauspiel getestet.

Kultur

Schauspiel und Oper Frankfurt öffnen ab 11. Juni

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Nach sieben Monaten dürfen die städtischen Bühnen in Frankfurt wieder Publikum begrüßen. Mit einem Testpublikum wurde die Öffnung bereits erprobt.

Die Stimmung vor dem Haupteingang des Schauspiels Frankfurt ist an diesem Mittwochnachmittag zwischen fröhlich und aufgeregt. „Die Zeit ohne Kultur war entsetzlich. Ich bin glücklich, dass es wieder losgeht“, sagt Steffie Sehling, die die Oper sehr liebt und die zudem Teil der Statisterie der Städtischen Bühnen ist. Das letzte Mal stand sie im vergangenen Herbst auf der Bühne bei der Opernpremiere von Puccinis „Manon Lescaut“. „Einmal mit Laptop, einmal als Prostituierte“, sagt sie und lacht. Heute hat die Statistin eine ganz andere, aber auch sehr besondere Rolle zugewiesen bekommen: Die Frankfurterin ist eine von 42 Menschen des Testpublikums. Denn ab 11. Juni dürfen das Schauspiel und die Oper bei einer gleichbleibenden niedrigen Inzidenzzahl unter 100 nach sieben Monaten wieder für ihr Publikum öffnen.

Um rein zu dürfen, braucht man nicht nur sein Ticket wie vor dem November-Lockdown. Sondern auch eins von drei Dingen: einen Impfausweis (die zweite Covid-19-Impfung muss mindestens 14 Tage her sein), einen Genesenennachweis oder einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die Öffnungen sind eine Versuchsreihe kultureller Veranstaltungen, initiiert vom Gesundheitsamt und Gesundheitsdezernat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts beobachten beim Test den Ablauf, bis die Gäste auf ihren Sitzen Platz nehmen: Also wie lange dauert, es jeden Nachweis zu kontrollieren? Ist genug Abstand beim Reinlaufen? Folgen die Gäste den Pfeilen am Boden, die sie zum großen Saal führen?

Tickets und regeln

Am ersten Wochenende werden am Schauspiel gleich zwei Premieren in den Kammerspielen zu sehen sein: „Malina“ in der Regie von Lilja Rupprecht (11. Juni) sowie die Stückentwicklung „NSU 2.0“ von Nuran David Calis (13. Juni).

Auf dem Programm der Oper wird ab 11. Juni eine konzertante Aufführung von Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ stehen. Mozarts „Le nozze di Figaro“ gibt es ab 12. Juni.
Der Vorverkauf startet in beiden Häusern am 7. Juni, für Abonnent:innen bereits am 4. Juni. Spielplan und Tickets fürs Schauspiel gibt es unter www.schauspielfrankfurt.de. Für die Oper www.oper-frankfurt.de

Gäste müssen mindestens 14 Tage vor der Veranstaltung ihre zweite Impfung erhalten haben, einen tagesaktuellen Coronatest oder einen Genesennachweis vorzeigen. Medizinische Maske oder FFP-2-Maske ist Pflicht. rose

„Wir wollten eine Perspektive schaffen, damit die Häuser wieder öffnen können“, sagt Elke Voitl, Büroleiterin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer, die unweit der Eingangsschlange steht. Später ist sie auch beim Testlauf vom Mousonturm dabei, der ebenfalls am 11. Juni öffnen will. In den nächsten Wochen soll auch Quasts Volksbühne und bald noch ein Kino hinzukommen. Neben Statistinnen und Statisten sind auch Mitarbeiter:innen des Schauspiels sowie Azubis vom Gesundheitsamt unter dem Testpublikum. Ihre Nachweise sind echt. Sie zeigen entweder ihren negativen Corona-Test auf dem Smartphone oder als Ausdruck oder eben ihren Impfpass direkt am Haupteingang vor.

„Wir hatten mit 20 Sekunden pro Gast gerechnet, aber es hat etwas länger gedauert. Da manche erst, als sie an der Reihe waren, ihren Nachweis suchten“, sagt Anita Wilde, Verwaltungsdirektorin für Oper und Schauspiel. „Wir werden, wenn es losgeht, wie am Flughafen die Leute vorher erinnern, ihre Unterlagen bereitzuhalten“, so Wilde. Sie ist sehr glücklich, dass sie öffnen dürfen. „Der Testablauf hat ansonsten gut geklappt.“ Beim Ticketkauf würden die Kontaktdaten zur Nachverfolgung erfasst. „Wir wissen dann auch, auf welchem Platz jeder Gast gesessen hat“, sagt Wilde. Es dürften nun wegen der Nachweise wieder mehr Leute das Stück genießen. Im großen Saal des Schauspiels sind es 335 Menschen, vor dem letzten Lockdown waren es nur 180. Das sei auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. In Nichtpandemiezeiten passten 700 Menschen rein. Diesmal müssen also nicht mehr zwei Plätze links und rechts freigelassen werden. „Sondern wir besetzen im Schachbrett: Also es bleibt nur ein Platz links und rechts vom Gast frei.“ Auch Paare müssen einen Platz Abstand einhalten. Händchenhalten geht aber.

„Ich gehe normal nie ins Theater, aber vielleicht probiere ich es mal aus“, sagt Aylin (21), Auszubildende beim Gesundheitsamt, als sie sitzt. Fürs Testpublikum gibt es kein Stück zu sehen, dafür die Arbeiten noch vor dem Bühnenbild. Alle im Publikum tragen FFP-2-Maske. Eine medizinische Maske ist Pflicht. „Wir werden auch im Saal kontrollieren, dass alle ihre Maske auch über der Nase tragen. Wer sich weigert, muss gehen“, so Wilde. Am Ende meldet sich ein Herr aus dem Testpublikum. „Wird es eine Pause geben? Ist die Bar geöffnet?“ Im Schauspiel ist keine Pause geplant. „Aber bei der Oper schon, da die Stücke länger sind. Innengastro wird es nicht geben. Aber draußen werden wir Brezel und Getränke anbieten“, sagt Wilde.

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