Die drei Frauen aus Südafrika haben den Fotografen gerettet.
+
Die drei Frauen aus Südafrika haben den Fotografen gerettet.

Eckenheim

Schau in Eckenheim: Frauen dieser Welt

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Weltenbummler Thomas Blankenhorn zeigt Fotos von seinen Reisen. Der 74-Jährige ist nach Indien gereist, nach Südafrika und auch in die Frankfurter Kleinmarkthalle hat er sich gewagt.

Thomas Blankenhorn vermisst das Reisen. Wegen Corona bleibt der 74-Jährige derzeit lieber zu Hause in Sachsenhausen. Wobei der Weltenbummler auch ohne Virus manch gefährliches Abenteuer in der Ferne bestanden hat. Nicht, weil er steile Berge hinaufgeklettert oder wilden Tiere zu nahe gekommen wäre. Sondern weil er fotografiert.

Das klingt zunächst nicht so abenteuerlich, aber Blankenhorn hat sich einem bestimmten Motiv verschrieben. „Schwerpunkt meiner Fotografie ist der Mensch.“ Und der ist nicht immer pflegeleicht. 22 Bilder von Reisen der vergangenen 20 Jahre zeigt Blankenhorn nun im Haus der Begegnung in Eckenheim. Der Titel: „Frauen dieser Welt.“

Ausstellung

Frauen dieser Welt , Fotoschau von Thomas Blankenhorn. Bis 30. September, geöffnet Mo.-Mi. 10-17 Uhr, Do. ab 13 Uhr, Fr. 10-15.30 Uhr. Haus der Begegnung im Sozialzentrum Marbachweg, Dörpfeldstraße 6, Eckenheim.

Achtung: Anmeldung unbedingt erforderlich unter Telefonnummer 069 / 299 80 72 68 oder 069 / 299 80 72 63.. sky

Zu sehen sind Porträts aus Indien, Portugal, Vietnam, Südafrika, Kambodscha. Es sind Frauen in Führungspositionen, sagt Blankenhorn, Frauen, die Verantwortung übernehmen, etwa eine portugiesische Schiffskapitänin. Auch zwei Verkäuferinnen an einem Stand in der Kleinmarkthalle.

Wenn Blankenhorn ein interessantes Motiv wittert, fragt er einfach, ob er ein Foto machen darf. „Meistens sind die Menschen sehr aufgeschlossen.“ Manches Mal gerät er aber in heikle Situationen. Etwa als er drei Südafrikanerinnen aufnimmt, die am Straßenrand Zeitungen verkaufen. „In meiner Naivität wollte ich ihnen Geld geben.“ Sofort tauchen zwei Männer auf, die ebenfalls gegen Geld modeln wollen. Als Blankenhorn dankend ablehnt, zücken sie ein Messer und bedrohen ihn. Die Frauen holen derweil in einer nahen Bar Hilfe. „Das hat mich gerettet“, sagt er.

Auch in Indien gibt er einer Frau etwas Geld, das Motiv ist einfach zu gut. Die Dame steht in einem hübschen Gewand mit einem Besen in der Hand in einem Palast. Wenig später tauchen weitere Damen auf, alle mit dem gleichen Gewand, alle mit einem Besen. Blankenhorn lacht. Welches Geschäftsmodell er da entdeckt hat, weiß er auch nicht.

Überhaupt faszinieren ihn die Frauen des Bundesstaats Radjasthan im Norden Indiens. Während er in den Hotels nur Männer trifft, die Zimmer säubern oder Betten machen, sind die Frauen draußen aktiv. Im Straßenbau und in der Landwirtschaft. Thomas Blankenhorn hat es dokumentiert.

Mehr zum Thema

Kommentare