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Mit ihren GPS-Geräten durchstreifen die Siebtklässler des Adorno-Gymnasiums Großstadtdschungel und Grüngürtel.

Geocaching

Schatzsuche zu Passivhäusern

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Im neuen Umwelt-Bildungsprogramm für Schulen und Kitas steht das Thema Klima im Fokus.

Die Schülerinnen und Schüler des Adorno-Gymnasiums geben vorm Römer „N5006644“ und „E00841028“ in die GPS-Geräte in ihren Händen ein. Dann laufen die Siebtklässler los. Suchen über die Koordinaten das letzte Versteck, einen sogenannten Cache, auf ihrer digitalen Schatzsuche. Die Köpfe über die Geräte gebeugt geht es in Richtung neue Altstadt. Am Stoltze-Brunnen irren sie über den Platz, suchen Pflanzentöpfe und Hauseingänge ab. Wo ist bloß der letzte Cache versteckt?

Den ganzen Dienstagmorgen ist die 7a schon auf Schatzsuche. Hat Frankfurt erkundet, bevor sie die Koordinaten zum Römer geführt haben. Auf ihrem Weg haben die Schüler unter anderem Beispiele energiesparenden Bauens kennengelernt, denn die Geocaching-Tour ist Teil des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen 2019“ – und bei dem steht in diesem Jahr das Thema Klima im Mittelpunkt. 92 Angebote für Schulen und Kitas gibt es, um den Grüngürtel zu entdecken. „Er wird so zum Bildungsraum, zum grünen Klassenzimmer“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die mit den Schülern den letzten Cache suchen geht.

Den Grüngürtel als Bildungsraum können Kinder und Jugendlichen etwa beim Äpfelkeltern auf dem Heiligenstock erleben. Oder beim Entdecken von Libellen auf dem Alten Flugplatz. Zehn Angebote gibt es in diesem Jahr, die sich um das Klima drehen. Wie etwa die Geocaching-Tour . Die 7a hat sie am Dienstag als erste Klasse ausprobiert. Es ging zum Blockheizkraftwerk im Palmengarten, die Schüler stoppten auf der Tour an begrünten Fassaden, an Passivhäusern, an solarthermischen Anlagen. „Es sind Orte, an denen etwa gezeigt werden kann, wie der CO2-Verbrauch eingedämmt werden kann“, sagt Gregor Schwind, Projektleiter beim Verein Umweltlernen.

Den Schülern macht die Tour Spaß – auch wenn es an diesem Dienstag regnet. „Wir mussten viel laufen, aber es war cool“, sagt die 13-jährige Viktoria. Und Mehran hat Begriffe wie Photovoltaik und Solarthermie gelernt. Mario überlegt schon, „dass man dem Vermieter unserer Wohnung vorschlagen kann, Solarzellen anzubringen“. Für Lehrerin Annette Lommel-Sturm sind die Veranstaltungen des Bildungsprogramms auch „eine schöne Möglichkeit, dass Schüler im Freien sind“. Das sei in der Lebensphase sonst eher nicht so beliebt.

Und wo ist nun der letzte Cache? Die Schüler suchen in der neuen Altstadt, in der die Häuser fast nach Passivhausstandard errichtet wurden. Die Koordinaten deuten auf die Apotheke hin. Und tatsächlich. Dort ist der Schatz: ein Kuchen – verziert mit Grüngürteltieren aus Marzipan.

Das Programm

„Entdecken, Forschen, Lernen“ ermöglicht jedes Jahr mehr als 8000 Kindern und Jugendlichen, die drei Landschaften des Grüngürtels – Aue, Hügel und Wald – kennenzulernen.

Es gibt 92 Angebote, sieben davon sind Fortbildungsveranstaltungen für Erzieher und Lehrer.

Koordiniert wird das Programm von Stadtschulamt, Umweltamt, Grünflächenamt und der Verein Umweltlernen. www.gruengurtel.de

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