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Auf der Bühne im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Bornheim ist voller Einsatz gefragt.

Bornheim

Vom Schatz im Sausee

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Das Bornheimer „Schneebbelletheater“ zeigt am 3. und 4. November sein neues Stück „Der Schatz im Sausee“.

Wenn die Nordend-Uthas und die Riederwald-Sioux Krach haben, hört der Spaß zum Glück nicht gleich ganz auf. Zumindest nicht bei der Theatergruppe der Johannisgemeinde in Bornheim. „Auch, wenn der Bandit Don Pedro vor Entführung mit Geiselnahme und noch schlimmeren Drohungen nicht zurück schreckt, gibts bei unserem Stück auch viel zu Lachen“, erzählt Peter Habermehl bei der Probe des Schneebbelletheaters. Das Ensemble hat in diesem Jahr zum siebten Mal ein Theaterstück für Kinder und Erwachsene auf die Beine gestellt.

Angefangen hat alles so: 2012 kam ein Kind mit körperlicher Behinderung in den Johanniskindergarten der Kirchengemeinde, das den zweiten Stock der Kita nicht erreichen konnte. „Schon länger wollten wir irgendwas machen, um Spenden zu sammeln. Von der Idee mit dem Theaterstück waren dann alle begeistert“, erzählt Daniela Walch, die seit dem Gründungsjahr dabei ist.

„Mit Räuber Hotzenplotz haben wir rund 2000 Euro eingespielt“, sagt Peter Habermehl. „Das Geld haben wir der Elterninitiative zum Bau eines Aufzugs in der Kita gegeben. Im darauffolgenden Jahr war Baustart.“

Seither gibt es jedes Jahr ein neues Stück mit Frankfurt-Flair. In diesem Jahr wird das Stück „Der Schatz im Sausee“ heißen. Die Blutsbrüder Old Shatterhand und Winnetou sind des Hessischen selbstverständlich mächtig. „Wichtig ist: In jedem Stück kommt die Eintracht vor“, sagt Laienschauspieler Micky Jakobi.

Ein Fotograf, eine Ärztin, eine Fleischfachverkäuferin – keiner der heute 15 Laiendarsteller brachte Theatererfahrung mit. „Wir haben uns weiterentwickelt, trotzdem wird noch viel improvisiert“, sagt Darstellerin Gabi Konermann.

Dass die Vorstellungen immer bis zum letzten Platz besetzt sind, liegt an der Liebe zum Detail. „Die Texte schreiben wir selbst. Vieles basteln wir oder kaufen es auf dem Flohmarkt, jedes Jahr bauen wir eine neue Kulisse.“

Seit vergangenes Jahr gibt es auch eine Abendvorstellung. „Eigentlich ist es das gleiche Stück, nur etwas frivoler“, heißt es dazu. Ob ihre Indianernamen „Zur Sonne“ und „Weiße Lilie“ – die Namen von Bornheimer Kneipen – auch etwas über ihre eigenen Leidenschaften aussagt, wollten die Darsteller nicht verraten.

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