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Hier fahren bald kleinere Dienstwagen vor.

Arbeiterwohlfahrt

Frankfurter AWO schafft Luxus-Autos ab

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Dienstwagen sollen „kleiner und ökologischer“ werden. Funktionäre zahlen teure Modelle jetzt selbst ab.

Die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt reagiert auf die öffentliche Kritik an luxuriösen Dienstwagen für hohe Funktionäre der AWO. So wird die designierte künftige AWO-Geschäftsführerin Jasmin Kasperkowitz die Leasingraten für ihren 80 000 Euro teuren Audi nun selbst bezahlen. „Das Fahrzeug ist damit kein Dienstwagen der AWO mehr“, erklärte AWO-Sprecher Johannes Frass im Gespräch mit der FR.

Das Gleiche gelte für einen 55 000 Euro teuren Mercedes, der einem AWO-Abteilungsleiter von dem Wohlfahrtsunternehmen zur Verfügung gestellt wurde. Auch dieser Funktionär zahle die Leasingraten jetzt selbst, sagte Frass.

In einer außerordentlichen Sitzung brachte das AWO-Präsidiums am frühen Dienstagabend eine neue Dienstwagenrichtlinie auf den Weg. „Die Fahrzeuge sollen kleiner und ökologischer werden“, kündigte Frass an.

Jasmin Kasperkowitz, gegenwärtig stellvertretende Geschäftsführerin der AWO Frankfurt, soll trotz der Dienstwagenaffäre am 1. Januar 2020 die Geschäftsführung des Kreisverbandes übernehmen. Frass wies den Vorwurf der Basis zurück, diese Entscheidung sei gegenüber den Mitgliedern nicht kommuniziert worden. „Der Beschluss ist nichts Neues“, so der AWO-Sprecher.

Die führenden AWO-Funktionäre haben auch begründet, warum sie der Aufforderung des AWO-Bundesverbandes, ihre Ämter ruhen zu lassen, nicht Folge leisten. „Das AWO-Präsidium besitzt die Fachkenntnisse und das Know-how, die jetzt notwendig sind“, sagte Sprecher Frass.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen erklärte gegenüber der FR, sie habe gemeinsam mit den anderen Revisoren des AWO-Kreisverbandes „einen umfangreichen Fragenkatalog zu Gehaltsstrukturen, zu Dienstwagen, zu Vergabeverfahren und zum Zustandekommen von Arbeitsverträgen erarbeitet“. Nissen ist als Revisorin nicht Mitglied des AWO-Präsidiums.

Am späteren Dienstagabend begann in der AWO-Zentrale eine Sondersitzung des Beirates, an der knapp 100 führende Funktionäre teilnahmen. Der Vorsitzende des AWO-Präsidiums, Ansgar Dittmar, versprach den Versammelten, man wolle die Aufklärung der Vorwürfe gegen die AWO gemeinsam mit dem Bundesverband „vorantreiben“. Die Versammlung dauerte bei Redaktionsschluss noch an.

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