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Hans-Jürgen Laumeister und Daniela Schwarz.

Restaurant

Savoir-vivre auf der Freßgass

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Das Café Paris will die Frankfurter Innenstadt ein bisschen französischer machen. Gepunktet werden soll mit großer Frühstückskarte.

Die Damen, die sich das Interieur anschauen, sind begeistert. „So etwas hat Frankfurt noch nicht gesehen“, sagt eine von ihnen. Die Gäste hatten auf der Terrasse des Café Paris in der Freßgass gesessen, wollten dann aber auch mal die stilvolle Inneneinrichtung bestaunen. Während des Soft Openings in den vergangenen Tagen wuselten immer noch mal ein paar Handwerker durch die große Lokalität in der Kalbächer Gasse 10, in der bis vor kurzem noch das Zarges war. Ab heute soll es richtig losgehen mit dem Restaurant, das die Innenstadt etwas französischer machen will.

Inhaber des Restaurants sind Daniela Schwarz und Hans-Jürgen Laumeister. Das Paar führt schon seit Jahren das Schlosshotel Rettershof in Kelkheim und kam etwas unverhofft an das neue Projekt. „Wir waren im Januar im Skiurlaub, als der Anruf kam“, erinnert sich Schwarz. Ein befreundeter Architekt fragte eilig an, ob sie sich für ein Projekt an der Frankfurter Zeil begeistern könnten. Eigentlich nicht, dachten die beiden, die eher ihren Rettershof um ein zweites Restaurant erweitern wollten. Doch dann fiel der Name Café Paris.

In Hamburg ist das gleichnamige Café nach 18 Jahren eine Intuition. „Es ist mein Lieblingsrestaurant in Hamburg“, sagt Laumeister, der selbst lange in der Hansestadt lebte. Auch der Österreicher Hubert Sterzinger schwärmte jahrelang von dem Hamburger Café in Domnähe, bis er es im vergangenen Jahr übernehmen konnte. Der Innsbrucker ist von dem Konzept so begeistert, dass er es auf andere Städte übertragen will. In Frankfurt fand er dafür Schwarz und Laumeister, die das Frankfurter Café als Franchisenehmer betreiben.

Obwohl sie schon ein weiteres Restaurant haben, muss man sagen: Halbe Sachen machen die beiden nicht. Rund eine halbe Million Euro haben sie in den Umbau des Restaurants gesteckt, das jetzt edler und offener daherkommt und durch zwei Glasplatten auch einen Blick in den Weinkeller ermöglicht.

Für den letzten Schliff der Inneneinrichtung ist Sterzinger selbst aus Hamburg angereist. Es sei schwierig gewesen, in das große Restaurant mit rund 150 Plätzen allein innen, französisches Flair hineinzubekommen, gesteht Sterzinger. Eine der wenigen Reminiszensen sind die runden Leuchten wie die in Hamburg. „Das Licht ist das Lächeln des Ladens“, sagt Sterzinger, der vor allem auch von der Lage des Restaurants begeistert ist.

Das Café Paris ist ähnlich schick wie das Mon amie Maxi auf der Bockenheimer Landstraße, will sich aber bodenständiger geben. „Wir setzen vom Youngster bis zum Hipster auf ein absolut breites Zielpublikum“, sagt Schwarz. Die Speisekarte taugt dafür. Von Austern bis Pommes frites, von Tatar über Steak bis zu Merguez-Würstchen. Besonders breit ist das Frühstücksangebot. Auf der riesigen Karte stehen allein 20 verschiedene Teesorten.

Im Hamburger Vorbild ist das Frühstück der große Renner, die Menschen stehen dort vor der Öffnung morgens Schlange. Wie bei der Inneneinrichtung wollen die Inhaber auch beim Service nicht kleckern. Für die Öffnungszeiten von 9 bis 24 Uhr an sieben Tagen der Woche würden etwa 50 Mitarbeiter benötigt, schätzt Laumeister, der auch hofft, dass die Bar ein Publikumsmagnet wird. Die zwei Damen von der Terrasse waren schon mal begeistert.

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