Sauberkeitspatin Iris Leibkutsch geht mit ihrer Hündin Motte regelmäßig auf Tour.
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Sauberes Frankfurt

Sauberkeitspaten ausgezeichnet

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Die Frankfurter Entsorgungsgesellschaft FES zeichnet ihre ehrenamtlichen Sauberkeitspaten aus. Ein Gratulant grüßt per Videobotschaft.

Statt um die Sauberkeit von Frankfurt drehte sich am Freitagabend für die Sauberkeitspaten zunächst erst mal alles um Jil Sander. Für die Ehrung der ehrenamtlichen Reinemacher, hatte sich die FES das Museum für Angewandte Kunst als passende Räumlichkeit ausgesucht. Und die dort jüngst eröffnete Ausstellung rund um die Hamburger Modedesignerin wurde von den Paten aufmerksam in Augenschein genommen.

Nach den Führungen durch die Schau folgte die diesjährige Ehrung der Vorbilder, wie die FES ihre Paten gern bezeichnet. Rund 170 sind momentan im Stadtgebiet mehrmals wöchentlich auf Achse und sorgen in ihrem jeweiligen Stadtteil für etwas mehr Ordnung und Reinlichkeit. „Die Paten sind in allen Stadtteilen gut verteilt“, sagte Frank Dey von der FES.

Zwischen fünf und 80 Jahren liege das Alter der unermüdlichen Helfer. Und das Entsorgungsunternehmen weiß, wie wichtig diese freiwillige Arbeit ist. „Wo Müll liegt, kommt Müll hinzu“, brachte es Dey auf den Punkt – der prophylaktische Einsatz der Paten sorge für eine Verbesserung des Stadtbilds.

Das hatte auch Oberbürgermeister Peter Feldmann erkannt und ließ es sich nicht nehmen, den Geehrten per Videobotschaft für ihr Engagement zu danken. Er wies darauf hin, dass die Stadt jährlich 50 Millionen Euro für Sauberkeit ausgebe und dass der FES selbst 100 neue Mitarbeiter nicht reichen würde, um der Verunreinigung in der Stadt Herr zu werden. „Es braucht Menschen wie Sie“, sagte Feldmann.

Zudem mahnte er an, dass sich unser aller Konsum ändern müsse und sich viele Menschen wieder an ihre gute Erziehung erinnern müssten – Müll gehört in den Abfalleimer und nicht achtlos auf die Straße geworfen. Ähnlich sah es auch Benjamin Scheffler, Geschäftsführer der FES. „Wir als Entsorger sehen uns immer stärker mit den Folgen des exzessiven Konsums konfrontiert.“ Es sei verständlich, dass die Frankfurter an warmen Tagen sich lange im Freien aufhalten und beispielsweise Picknicks veranstalten. „Aber wir haben kein Verständnis für die Vermüllung, die oft zurückgelassen wird“, sagte Scheffler.

Die Sauberkeitspaten zeigten jedoch, dass man den öffentlichen Raum nicht aufgebe und dass nur meckern nichts bringe. Man müsse auch etwas tun.

Die anwesenden Paten bekamen neben einer Urkunde auch ein Messerset von Starkoch Jamie Oliver. Für die Kinder gab es statt der scharfen Werkzeuge lieber einen nützlicheren Ball. Zudem wurden die zehn- und fünfzehnjährigen Jubilare geehrt.

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