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Voller Einsatz am Willy-Brandt-Platz – und das alles für null Euro.
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Voller Einsatz am Willy-Brandt-Platz – und das alles für null Euro.

Frankfurt Cleanup

Sauber macht lustig in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die städtische Aufräumaktion „Frankfurt Cleanup“ hat begonnen. Ein besonderer Markenbotschafter zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Problem: überall Müll. Lösung: Wir bringen unsere Hausangestellten mit, die uns alles hinterherräumen. Nächstes Problem: Wir haben gar keine Hausangestellten. Und jetzt? Man könnte vielleicht seinen Mist erst gar nicht in die Gegend werfen. Bis das klappt, gibt es jährlich die Aktion „Frankfurt Cleanup“, um uns daran zu erinnern.

Christiane Kersting ist eine Frau, die Verantwortung übernimmt. Gerade steht sie auf der Wiese am Mainufer und pickt mit unendlicher Geduld kleinste Abfallstücke auf. Was hat sie bewogen, beim großen städtischen Aufräumen mit knapp 3000 weiteren Freiwilligen mitzumachen? „Es ist mir wichtig“, sagt die 63-Jährige. „Müll geht ins Wasser und ich habe keine Lust, Fisch mit Plastikteilen zu essen.“ Den Aufruf hat sie in der FR gelesen. „Es ist ein kleiner Beitrag, den alle leisten können“, sagt sie.

Derweil am Willy-Brandt-Platz: Umlagert von Fans, hat Peter Wirth seinen Platz eingenommen, besser bekannt als „Bahnbabo“ – Frankfurts bekanntester Straßenbahnfahrer. Er trägt einen grünen Umhang, ein Motto auf der Brust („Supersauber, superstabil, Superheld“) und motiviert die Menschen. Wirth ist Markenbotschafter der Sauberkeitskampagne „Cleanffm“ und er sagt: „Ich unterstütze das natürlich gern – aber bitte duze mich.“ Auch zur Umweltdezernentin. Rosemarie Heilig (Grüne) fragt den Babo dann auch direkt: „Was machen wir mit Leuten, die ihren Müll irgendwo hinschmeißen?“ Wirth: „Wenn in meiner Straßenbahn jemand seinen Pizzakarton liegenlässt, sage ich: Brudi, hier, das hast du vergessen! Das suchst du sonst morgen im Fundbüro!“ Das helfe meist.

In der Grünanlage am Schauspielhaus saugt Manfred Schulz gerade Staub. Jedenfalls sieht es so aus. „Das ist ein neuartiges Gerät, das erproben wir“, sagt der 70-Jährige, seines Zeichens Sauberkeitsbotschafter der Stadt. Das elektrische Gerät saugt etwa Zigarettenkippen unter Parkbänken weg. Und Manfred Schulz stellt fest: Das Bewusstsein der Menschen wächst langsam. „Viele merken inzwischen, was sie der Natur antun.“ Kippen, sagt er, seien ein großes Problem.

Felicitas Binder von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt regelt mit einem großen grüngewandeten Team den Ablauf, verteilt grüne Handschuhe und Holzzangen an die Freiwilligen. „Von hier geht es los in die Taunusanlage, an den Main – je nachdem, womit sich die Leute am wohlsten fühlen.“

Der Bahnbabo will, dass die großen Mülltonnen im Hafenpark stehen bleiben. „Müssen wir durchrechnen“, sagt Stefan Röttele von der Abfallentsorgerin FES. Die zusätzlichen Tonnen stehen da, weil wegen Corona viel mehr Leute draußen sind. Sie zu leeren, kostet Geld und Personalaufwand.

Stadträtin Heilig, launig: „An jeder Ecke müssen grüne Mülleimer hängen!“ Röttele, ebenso launig: „Ich kenne diesen Satz!“ Die Stimmung ist gelöst, das Wetter prächtig, aber die Sache ernst. „Es ist kein Kavaliersdelikt, seinen Müll in die Pampa zu werfen“, sagt Heilig, „es ist ein Umweltdelikt.“ Ihre Hoffnung für den zweiten Corona-Sommer ist, dass sich die Leute draußen diesmal mehr in der Stadt verteilen – und dass das Verbot für Einmalgeschirr ab Juli hilft.

Am heutigen Samstag geht das Sammeln weiter, etwa im Höchster Brüningpark, aber auch dezentral in vielen Stadtteilen (Details: www.ffmcleanup.de). Dann hat das Cleanup-Team der Beraterfirma Oliver James seinen Job hinter sich. Warum macht die junge Crew beim großen Aufräumen mit? „Warum nicht?“, fragt Armand (31) schlagfertig zurück. „Sie sehen ja, es ist dreckig.“

Handschuhe mit Logo gibt es gratis dazu.

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