Radfahren

Im Sattel die Welt erkunden

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Die ADFC-Radreise-Messe in Bornheim stößt auf reges Besucherinteresse. Auch für Radeln in Myanmar wird geworben.

Ob ins Saarland oder nach Myanmar: Auf der „Radreise-Messe“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) finden Besucher allerhand Informationen für Urlaub mit dem Drahtesel. Und das Interesse ist groß. Schon kurz nach Beginn der Messe am Sonntagvormittag schieben sich die Besucher durch den Bornheimer Saalbau.

Am Stand des Saarlands stehen die Schwestern Luise und Martha Kluge. „Ist es dort flach“, möchte die 21-jährige Martha wissen. „Es ist eher ebenerdig, und viele Radwege führen an der Saar entlang“, entgegnet Alisa Fuchs, die ihr Bundesland auf der Messe vorstellt. Auch an der Mosel könne schön geradelt werden. Daneben sei die Nähe zum benachbarten Ausland mit Frankreich und Luxemburg für Radurlauber attraktiv, berichtet Fuchs.

Luise Kluge radele am liebsten durch ihre norddeutsche Heimat, berichtet die 28-Jährige, obwohl sie auch schon in Kolumbien und Argentinien im Sattel gesessen habe. Ihre sieben Jahre jüngere Schwester reizt am Reisen auf den zwei beinbetriebenen Rädern vor allem das „gute Streckentempo, um schöne Ecken, die ich noch nicht kenne, zu erkunden“. Die Vorteile zählen sie gemeinsam auf: „Gesund, umweltfreundlich, im eigenen Tempo und unabhängig“, all diese Argumente sprächen für ein Reisen auf dem Rad. Ihr Hotel packen die Geschwister in Form eines Zelts gleich noch auf den Gepäckträger.

Gepäck müssen die Gruppenreisenden, die mit Klaus Baldner nach Süd- oder Nordmyanmar fliegen, nicht transportieren. Auch die Mountainbikes werden vor Ort gestellt. „Es wird alles organisiert, und ein Begleitfahrzeug mit Mechaniker fährt mit“, berichtet der 71-Jährige. „Die Begegnung mit der Bevölkerung“ sei das reizvollste Argument für die rund dreiwöchige Reise zwischen Herbst und Frühling bei Temperaturen um die 30 Grad und teils hügeligen, teils flachen Strecken. Durch Karstlandschaften, Reisfelder, Kautschukwälder und am Meer entlang verliefen die 40 bis 65 Kilometer langen Tagesetappen. Myanmar ist das am weitesten entfernte Reiseziel, das am Sonntag beworben wird. Daneben gibt es Infos zu Kanada und Kroatien. An den meisten der 30 Stände greifen die Besucher aber nach den beliebten Faltkarten für den Vogelsberg, den Westerwald, das Taubertal oder den Schwarzwald.

„Radreiseland Nummer eins ist immer noch Deutschland“, sagt Bertram Giebeler vom ADFC. Das liege an der „am besten ausgestatteten Radinfrastruktur für Radtourismus“. Die gebe es in Frankreich so nicht, berichtet Jürgen Johann, der das Nachbarland schon 20-mal per Velo bereist habe. Der 52-Jährige seufzt: „Radwege gibt es mittlerweile auch.“ Doch bei weitem nicht so viele. Er zeigt auf einer Autokarte kleine Landstraßen, die gut zu befahren seien. „Da hat man meistens seine Ruhe“, berichtet Johann. In diesem Jahr geht es für ihn in die Bretagne. Mit im Gepäck hat er dann natürlich auch wieder sein Trekkingrad, das Johann am Sonntag mit kompletter Reiseausstattung von Taschen und Flaschen ausgestellt hat.

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