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Die Sängerin Sarah Lombardi, die bei der Castingshow Deutschland sucht den Superstar 2011 den zweiten Platz belegte.

Facebook und Instagram

Sarah Lombardis Social-Media-Accounts gehackt: Offenbacher verurteilt

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Ein Offenbacher hackte in den sozialen Netzwerken zwei Konten der Sängerin Sarah Lombardi. Das kommt ihn nun teuer zu stehen.

Frankfurt/Offenbach - Der Prozess gegen Dominik B. ist einer, bei dem man sich sehr schnell sehr alt fühlt. Und das nicht nur, weil er kein Ende finden will. Sondern weil man manche Verbrechen der modernen Welt nicht mehr so recht versteht.

Der 26 Jahre alte Offenbacher muss sich wegen Ausspähens und Veränderns von Daten verantworten. Er hatte zwischen November 2016 und Juli 2017 die Facebook- beziehungsweise Instagram-Accounts von mindestens drei Usern, darunter das Pop-Sternchen Sarah Lombardi, gehackt und unter seine Kontrolle gebracht. Sarah Lombardi wird vielleicht dem einen oder anderen noch etwas sagen. Schließlich belegte sie als Teilnehmerin der Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) bei der achten Staffel 2011 den zweiten Platz. Das war's dann aber auch schon mit den Taten des jungen Mannes. B. veränderte nur wenig auf den Seiten, löschte ein bisschen was und nannte ein bisschen was um.

Sarah Lombardi etwa schöpfte keinen Verdacht

Warum macht einer so was? "Mein Mandant hat sich im Internet wichtiger gefühlt als im wahren Leben", sagt sein Anwalt. "Ich habe es genossen, die Gewalt über diese Konten zu haben", bestätigt B., der wegen solchen Unfugs auch schon zweimal verurteilt worden war. Mittlerweile aber sei er geläutert, beteuert er, und außerdem offline. Seinen Computer habe er abgeschafft, "mit dem will ich nichts mehr zu tun haben".

Besonders schwer haben es ihm seine Opfer nicht gemacht. Sarah Lombardi etwa schöpfte keinen Verdacht, als B. ihr eine E-Mail schrieb, in der er sich als Mitarbeiter der Facebook-Sicherheitstruppe vorstellte, hinter seine E-Mail-Adresse aber ein "t-online.de" hängte. Auch dass diese Mails sämtlich Festivals der Rechtschreibfehler waren, entging der Aufmerksamkeit der Sängerin. Sie verriet ihm daher - wie die anderen Opfer auch - ihr Passwort, welches für sämtliche sozialen Netzwerke identisch war.

Offenbacher hat schon vorher Accounts gehackt

Als Nebenkläger tritt Felix L. auf, der nach eigenen Angaben im Netz mit seinen "lustigen Pranks" und der Wahrheit über "Emoji-Bedeutungen" eine Legion von Followern gehabt hätte, die ihm durch die Schwindeleien B.s aber sämtlich von der Fahne gegangen seien. Jetzt hätte er gerne 9000 Euro von B., aber solch ein Ansinnen hat in einem Strafprozess selbst mit Anwalt eher geringe Aussichten. L. hat auf einen Anwalt verzichtet. Zumindest das ist leidlich lustig.

Am Ende wird Dominik B. zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt. Der Staatsanwalt sagt, so ein gehackter Instagram-Account stelle gerade für eine Künstlerin wie Sarah Lombardi einen "enormen Imageverlust" dar, und wenn der Staatsanwalt so was sagt, dann ist da womöglich was dran. Man muss ja auch nicht immer alles verstehen.

Von Stefan Behr

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