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Samson will den größten Teil des Stammsitzes in Frankfurt verkaufen. Foto: Michael Schick
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Samson will den größten Teil des Stammsitzes in Frankfurt verkaufen.

Frankfurt

Samson AG zieht von Frankfurt nach Offenbach

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Während Offenbach über künftige Gewerbesteuereinnahmen jubelt, ist der Verlust des Unternehmens für Stellventiltechnik ein „herber Verlust“ für Frankfurt. Die Stadt will das Gelände am Osthafen für die Hafen- und Industrienutzung sichern.

Unterschiedlicher hätte am Dienstag die Stimmung in den Magistraten der Städte Offenbach und Frankfurt nicht sein können. Während der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) über den „besten Tag seit langer Zeit“ jubelte, sprachen der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) von einem „herben Verlust“. Die Samson AG wird in den kommenden Jahren ihr Gelände am Osthafen in Fechenheim mit rund 2000 Mitarbeiter:innen verlassen und eine Fläche von 143 000 Quadratmetern auf dem Innovationscampus in Offenbach erhalten.

Über den Kaufpreis vereinbarten die Partner Stillschweigen. Da Offenbach die insgesamt 36 Hektar große Fläche im November 2019 von der Firma Clariant für nur 6,95 Millionen Euro erworben hatte, dürfte es ein gutes Geschäft für den Hersteller von Stellventiltechnik gewesen sein, der rund 250 Millionen Euro in den neuen Standort investieren wird. Lediglich das Rolf-Sandvoss-Innovationszentrum soll in Frankfurt bleiben. Das restliche Gelände will das Unternehmen verkaufen.

„Wir sind an der Größe und Komplexität gescheitert, nicht an der Innovationskraft“, nannte der Samson-Vorstandsvorsitzende Andreas Widl den Grund für den Umzug. Zum einen sei der 130 000 Quadratmeter große Standort, auf dem die Firma seit 1916 ihren Sitz hat, durch drei öffentliche Straßen zerschnitten. Zum anderen hätte es zu vieler Kompromisse bedurft, wie den Tausch mehrerer Grundstücke. Es sei außerdem besser, parallel zu einem laufenden Betrieb etwas Neues zu beginnen. Die Stadt Frankfurt habe sich sehr bemüht, „aber die Summe aller Aspekte“ habe zu der Entscheidung geführt.

Das unternehmen

Die Samson AG wurde 1907 gegründet und hat seit 1916 ihren Sitz im Osthafen in Frankfurt. Sie ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft in Privatbesitz. Der Hersteller von Stellventiltechnik mit weltweit rund 4 500 Beschäftigten ist nach eigenen Angaben führender Anbieter von Regelarmaturen für die Chemische Industrie, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Industriegase, Energiewirtschaft sowie Pharma- und Biotechnologie.

In Frankfurt hat das Unternehmen 2000 Arbeitsplätze und will in den kommenden Jahren Schritt für Schritt nach Offenbach umziehen. tim

Stadt erschließt Gelände

In Offenbach findet das Unternehmen eine brachliegende ehemalige Industriefläche zwischen Main und Mühlheimer Straße vor. Die Stadt muss das Gelände erschließen und die Altlasten aus den vergangenen Jahrzehnten entfernen. Das tut sie angesichts der zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen mehr als gerne. „Wir erreichen eine Wertschöpfung, die wir uns vorher nicht erträumt haben“, sagte Kämmerer Peter Freier (CDU).

In Frankfurt herrschte hingegen große Enttäuschung, zumal sich der Magistrat mit vier Dezernaten samt Mainova und FES seit August für den Verbleib der Samson AG eingesetzt hatte. „Bei der Komplexität der angefragten Grundstückstausche war es für alle Beteiligten erstaunlich, dass die Wünsche von Samson tatsächlich realisiert hätten werden können“, teilte die Stadt mit. Und zwar in kürzester Zeit. So war die Stadt bereit, die Drogenhilfseinrichtung Eastside zu verlagern, die Peter-Behrens-Straße zu entwidmen und das Biokompostwerk zu verlegen. Alleine Letzteres, so hört man aus dem Römer, hätte die Stadt 50 Millionen Euro gekostet.

„Wir werden diese attraktive Fläche als Hafen- und Industrienutzung sichern“, sagte Mike Josef. Das werde auch planungsrechtlich durch die Änderung des Bebauungsplans festgehalten. Der Planungsdezernent geht davon aus, dass die Stadt zügig eine Nachnutzung finden werde.

Auf dem ehemaligen Clariant-Gelände will sich die Samson AG auf 143 000 Quadratmetern ansiedeln.

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