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Frankfurt: Sammeln für die Menschen in der Ukraine

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Erneute Spendenaktion für die Ukraine vor dem Café Hauptwache gab es am Dienstag.
Erneute Spendenaktion für die Ukraine vor dem Café Hauptwache gab es am Dienstag. © christoph boeckheler*

Viele Frankfurter:innen bringen Spenden an die Hauptwache

Es ist ein reges Kommen und Gehen während der Spendensammlung an der Frankfurter Hauptwache. Zwischen 16 und 19 Uhr hatten hier am Dienstag Spender:innen die Möglichkeit, Hilfsgüter für die Ukraine abzugeben. Und diese Gelegenheit haben auch viele Frankfurter:innen genutzt. Von allen Seiten kommen Menschen mit Tüten und Kartons.

Die genaue Zahl sei schwierig einzuschätzen, da alles schnell ginge und man deswegen den Überblick verliere, sagt Dijana Avdic. Die stellvertretende Vorsitzende der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) nimmt Spenden entgegen und unterstützt auch ansonsten die Aktion . Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Jumas Medoff, der Vorsitzende der KAV.

Bereits am Sonntag waren Spenden gesammelt worden. „Es ist einfach so furchtbar und grausam, was dort passiert. Da muss man einfach versuchen zu helfen“, sagt Pamela Vollmar, die gemeinsam mit ihrem Mann Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Handschuhe abgegeben hat. Die Unterstützung sei nicht nur hilfreich und nötig, sondern stehe auch symbolisch für die große Solidarität mit der Ukraine.

Die beiden waren vorher extra einkaufen und haben sich informiert, welche Sachen benötigt werden. Das sei wichtig, denn der Bedarf ändere sich schnell, wie einige der Spender:innen erzählen. Dazu zählen auch Ocean und Michelle. Die Freunde haben bereits am Sonntag gespendet. Während da noch Kleidung und Decken begehrt waren, werden am Dienstag vor allem Medikamente, Hygieneartikel und Ausstattung für Babys benötigt.

Das hat auch Maryna Yost-Dashynska mitbekommen. Die gebürtige Ukrainerin ist mir ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter gekommen. Sie haben gerade mehrere Tüten, gefüllt mit Medikamenten und Hygieneartikeln, abgegeben. „In der Apotheke, in der wir die Sachen gekauft haben, haben wir noch Spritzen und Kanülen als Spende dazu bekommen“, erzählt sie. Die Organisator:innen hätten ihnen gesagt, dass Ibuprofen, Aspirin und andere Schmerzmittel, sowie Damenhygieneartikel und Windeln besonders dringend benötigt werden. „Deswegen gehen wir jetzt noch zum Drogeriemarkt und kaufen die Sachen“, sagt ihr Mann. Die Familie sei froh, dass so viele Menschen helfen und Spenden würden. „Ich telefoniere jeden Tag mit meiner Familie und Freunden. Viele Städte sind zerbombt und die Apotheken sind leer“, beschreibt Yost-Dashynska Szenen aus ihrer Heimat.

„Diese Bilder und das, was dort geschieht, ist einfach schrecklich, ich möchte nicht nur Geld spenden“, sagt eine Frau aus Bad Soden. Sie habe nur zwei Tüten auf einmal tragen können, deswegen mache sie sich nochmal auf den Heimweg, um den Rest zu holen. Ihre Enkel hatten ihr im Vorfeld geholfen, die Taschen zu packen. Ein Witwer erkundigt sich, ob Kleidung benötigt werde, er habe Zuhause noch einiges von seiner verstorbenen Frau und mit der Spende bekäme die Kleidung wieder Sinn. Da dies am Dienstag aber nicht gesammelt wird, macht er sich auf den Weg, um Konserven und andere Hilfsgüter zu kaufen.

Anita George wusste nichts von der Aktion, aber sei positiv überrascht von dem Zulauf.„Man muss ja nicht reich sein, um etwas zu geben. Jeder kann etwas tun“, sagt sie und füllt Geld in die Spendenbox. (Von Tabea Berger)

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