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FR-Chefredakteurin Bascha Mika mit Astronautin Cristoforetti und Autorin Poznanski (v.l.n.r.).

Buchmesse

Eine Zukunft für alle

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Im Rahmen der Streiterinnen-Reihe von ARD und FR spricht FR-Chefredakteurin Bascha Mika mit Astronautin Samantha Cristoforetti und Autorin Ursula Poznanski.

Es gibt viele Themen, über die es sich zu streiten lohnt. Ab und an bedarf es aber ein wenig Optimismus und Mut für die Zukunft. Zwei dieser Mutmacherinnen diskutierten am Samstag auf der ARD-Bühne mit Moderatorin und FR-Chefredakteurin Bascha Mika. Zu Gast waren die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti und die Jugendbuch-Autorin Ursula Poznanski.

Bevor das Gespräch beginnen konnte, wurde die Veranstaltung durch einen kurzen Protest von sieben Frauen gegen den militärischen Eingriff der Türkei in nordsyrischen Rojava unterbrochen. Mika bot der Gruppe das Gespräch nach der Diskussion an, aber der Protest setzte sich kurzweilig fort, bevor die Gruppe die Bühne verließ.

Samantha Cristoforetti: Neugierde auf den Weltraum

Am Beginn der Diskussion stand die Neugierde auf den Weltraum. Gemessen an den geräuschvollen Buchmesseverhältnissen konnte man fast eine gebannte Stille vor der Bühne erahnen, während Cristoforetti von ihrer Zeit auf der internationalen Raumstation erzählte. Mit Kugelschreiber in der Hand erklärte sie die Start- und Andockverfahren. Zudem widersprach sie dem Eindruck, dass sie als Frau eine Ausnahme in ihrem Feld sei.

Mika hatte zuvor den abgebrochenen „All-Female Spacewalk“ der Nasa angesprochen, der nicht stattgefunden hatte, weil es nicht genug Raumanzüge in der Größe M gegeben hatte. Es gebe tatsächlich viele Frauen in der Raumfahrt, wenn auch nicht alle als Astronautinnen, so Cristoforetti.

Ursula Poznanski: Verbesserung in traditionell männlich besetzten Domänen

Auch Ursula Poznanski sieht Verbesserungen in traditionell männlich besetzten Domänen. Für ihre Jugendbuchreihe „Erebos“ über eine künstliche Intelligenz mit Allmachtsfantasien hatte Poznanski in den Bereichen Gaming und Digitalisierung recherchiert. Die Verbreitung und Nutzung sehe sie bei Frauen genauso stark wie bei Männern. Zwar gebe es in technischeren Berufen weniger Frauen, „aber es ist ein fließender Prozess, das geschieht nicht von jetzt auf gleich“. Bei Frauen müssten oft erst psychologische Hemmungen durchbrochen werden, um gewisse Positionen zu erreichen.

Auch für Cristoforetti ist der Wille der einzelnen Personen ausschlaggebend für die Berufswahl. Man könne niemanden mit einem komplett anderen Lebensentwurf überzeugen, wie sie Kampfpilotin zu werden. „Es gehört dazu, dass Leute selbst entscheiden.“

Beide betonten ihr Glück, bisher noch nicht auf verschlossene Türen getroffen zu sein. Für junge Frauen, die mitunter mehr Unterstützung brauchen, lobte Mika die zahlreichen Initiativen, die sich für mehr Mädchen und Frauen in MINT-Feldern engagieren. Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedenfalls: Der erste „All-female Spacewalk“ der Astronautinnen Christina Koch und Jessica Meir fand letzten Freitag endlich statt.

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