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Trotz Kälte waren einige in kurzen Hosen unterwegs. 

Laufen in Frankfurt

Saisonabschluss im Stadtwald

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Der Silvesterlauf von Spiridon Frankfurt zieht wieder mehr als 2300 Sportler an. Am Ende fällt sogar ein 30 Jahre alter Streckenrekord.

Der strahlend blaue Himmel täuscht. Keine Wolke ist zu sehen, die Sonne scheint. Im Frankfurter Stadtwald aber ist es, knapp zwei Stunden vor dem Start des Silvesterlaufs noch ganz schön kalt. Die Mütze ins Gesicht gezogen, laufen Sportler von der S-Bahn zur Wintersporthalle. Dort laufen sich zwei junge Frauen warm. Drinnen ist schon mächtig etwas los. Hunderte haben sich bereits ihre Startnummern besorgt für den traditionellen Jahresausklang der Laufsaison in der Region, zu dem der Frankfurter Lauf-, Marathon- und Triathlonklub Spiridon nun schon zum 41. mal eingeladen hat, trinken Kaffee, begrüßen andere Läufer, stimmen sich auf das Rennen ein. Mehr als 2300 Sportler sind diesmal dabei. Viele haben einen beträchtlichen Weg hinter sich, kommen etwa aus Nordhessen oder Baden-Württemberg.

Luca Reggiani hat sich ganz spontan noch angemeldet. Erst seit einem halben Jahr laufe er regelmäßig, erzählt der Mann aus Bern, der zurzeit bei der Familie seiner Freundin, die in der Nähe von Frankfurt wohnt, zu Besuch ist. Vorgenommen hat er sich trotzdem einiges. Unter 45 Minuten will er schon bleiben. Der Sport sei gut, um Arbeit und Leben in der Balance zu halten, findet er. Und zu laufen, sei praktischer, als sich mit anderen zum Beispiel zum Volleyballspielen zu verabreden.

Hüpfen zum Warmbleiben

Die Sieger

Aaron Bienenfeld(SSC Hanau Rodenbach) hat den Silvesterlauf gewonnen. Er lief die zehn Kilometer lange Strecke in 29.35 Minuten. Zweiter wurde Dirk Busch (SSC Hanau Rodenbach), dritter Marius Lau (Eintracht Frankfurt). Schnellste Frau war Tania Moser (Spiridon Frankfurt) mit 35.50 Minuten.

Daniel Ellis(Eintracht Frankfurt) gewann den Schülerlauf über vier Kilometer in 14.06 Minuten. Paulina Poggendorff (Spiridon Frankfurt) war mit 16.15 Minuten schnellstes Mädchen.

Marlon Kreutz(TSG Nieder-Erlenbach) gewann den Schülerlauf über zwei Kilometer in 07.42 Minuten. Bestes Mädchen war Heba Tidjani (Eintracht Frankfurt) in 8.04 Minuten. 

„Wann laufen wir?“, will ein paar Meter weiter ein Mädchen von ihrem Trainer wissen. Rainer Hahn ist mit 14 Nachwuchssportlern vom Hünfelder SV nach Frankfurt gereist. „Wir kommen jedes Jahr“, sagt er. „Und wir werden immer mehr.“ Den Kindern sei das Wetter fast egal, sagt er. „Die haben Bock auf Sport.“ Und die Leichtathleten aus Osthessen haben dabei auch großen Erfolg. Eva Jansohn etwa hat in diesem Jahr die hessischen Meisterschaften der U20 über 800 und 1500 Meter gewonnen.

Draußen geht es langsam los. Schon mehr als zehn Minuten vor dem Schülerlauf über zwei Kilometer warten die Kinder an der Startlinie, dass es los geht. Einige tragen Mütze, hüpfen, laufen auf der Stelle, um warm zu bleiben. Hören sich noch Tipps der Rennleitung an, etwa, dass sie nicht gleich losrennen sollen wie irre, sondern sich die Strecke gut einteilen. Und legen kurz darauf dann doch in einem Höllentempo los. Zwei kommen gar beim Start ins Straucheln, fallen hin – und laufen sofort weiter, als sei nichts geschehen. „Hast du jemanden gekannt?“, fragt eine Mutter ihre Tochter. „So schnell kann man doch gar nicht gucken“, erwidert die. Keine sieben Minuten später sind die ersten schon zurück. „Schwer in Form, die Kids“, lobt Spiridon-Chef Thomas Rautenberg, der die Läufe moderiert. Und warnt die Jugendlichen, die sich kurz darauf auf ihre vier Kilometer lange Strecke machen, noch rasch vor einer glatten Stelle auf dem Weg, einer zugefroren Pfütze.

Auch die Jugendlichen, unter denen ein Mädchen in kurzen Hosen ist, sind sehr flott unterwegs. Die ersten Zehn laufen einen Durchschnitt von unter vier Minuten. „Das zeigt, dass ordentlich und systematisch trainiert wird“, sagt Rautenberg.

Höhepunkt ist dann der Start des Elitelaufs. Männer, die fünf Minuten vor dem Hauptfeld losrennen dürfen, müssen Zeiten von unter 36 Minuten für die Zehn-Kilometer-Distanz vorweisen können, Frauen von unter 43 Minuten. Sieger Aaron Bienenfeld vom SSC Hanau Rodenbach braucht am Ende nicht einmal 30 Minuten. Er bricht sogar den 30 Jahre alten Streckenrekord.

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