Richard Wagners Siegfried kehrt im April 2021 zurück nach Frankfurt.  
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Richard Wagners Siegfried kehrt im April 2021 zurück nach Frankfurt. 

Neue Saison

Die Saison nach der Pandemie

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Die Oper Frankfurt plant 2020/21 elf Premieren und 15 Wiederaufnahmen. Die Eintrittspreise steigen.

Intendant Bernd Loebe hat das für die am 13. September beginnende Saison 2020/21 geplante Programm der Oper Frankfurt vorgestellt. Die gute Nachricht: Sollte die Corona-Pandemie Loebe keinen Strich durch die Rechnung machen, erwartet die ohnehin verwöhnten Besucher wieder eine Reihe hochkarätiger Inszenierungen mit international bekannten Dirigenten und Musikern.

Allerdings werden die Karten teurer. Um durchschnittlich zehn Prozent steigt der Eintritt, ausgenommen sind die jeweils günstigsten Kategorien sowie das Kinder- und Jugendprogramm. Es sei die erste Preiserhöhung seit 2014, sagt Loebe. Die Kosten für Abonnements stiegen demnach letztmals 2017/2018.

Die Erhöhung sei schon lange geplant gewesen und habe nichts mit den großen Einnahmeverlusten des Hauses durch die Corona-bedingten Ausfälle zu tun, betont er. „Die zusätzlichen Einnahmen werden uns aber ganz sicher dabei helfen, die Folgen von Corona für die aktuelle wie auch die kommende Spielzeit abzumildern. Deshalb danke ich dem Publikum der Oper Frankfurt sehr herzlich für seine Treue“, sagt der Intendant.

Kultur nicht vergessen

Etliche Opern, die in der neuen Saison inszeniert werden, waren noch nie in Frankfurt zu hören, etwa György Ligetis „Le Grand Macabre“ (Premiere am 13. September), Jacques Offenbachs „Die Banditen“ (Premiere am 18. Oktober), Alexander von Zemlinkys „Der Traumgörge“ (Premiere am 22. November), Umberto Giordanos „Fedora“ (Premiere am 17. Januar 2021) oder Benjamin Brittens „The Burning Fiery Furnace / The Prodigal Son“ (Premiere am 13. März 2021).

Mehr als 500 Veranstaltungen sind insgesamt geplant, davon 189 Opernaufführungen. Elf Premieren im Opernhaus und im Bockenheimer Depot soll es geben, darunter Giuseppe Verdis „Aida“ (Premiere am 14. Februar 2021), Georg Friedrich Händels „Orlando“ (Premiere am 21. März 2021) oder Modest Mussorgskis „Boris Godunow“, Premiere am 9. Mai). Dazu gibt es 15 Wiederaufnahmen – unter anderem die bisher stets ausverkauften Inszenierungen von „Salome“ und Carmen“, sowie acht Liederabende.

190 eigene Veranstaltungen der Reihe „Jetzt!“

Für Kinder und Jugendliche sind 190 eigene Veranstaltungen der Reihe „Jetzt!“ geplant, zudem soll es wieder Soireen des Opernstudios, die Talkrunde „Oper lieben“ mit Bernd Loebe und die Einführungsveranstaltungen „Oper extra“ im Holzfoyer geben. Die Auslastung der Oper Frankfurt in der aktuellen Saison liegt nach Angaben Loebes mit Stand April 2020 bei 87 Prozent. Die Zahlen der Abonnements belaufen sich 2019/20 auf 11 894. Gerechnet auf alle 18 Spielzeiten der Intendanz Loebe ist das eine Steigerung im Abonnement von 45,3 Prozent.

Der Intendant mahnt deshalb, in der aktuellen Corona-Krise die Kultur nicht zu vergessen, auch wenn die Diskussion um einen Neubau der Städtischen Bühnen gerade nicht die höchste Priorität hat. Es sei nachvollziehbar, wenn Stimmen laut würden, die im Angesicht der Pandemie die Zurückstellung aller die Bühnen betreffenden Ausgaben forderten, sagt er. „Aber ich ärgere mich darüber, dass wieder einmal Soziales gegen Kultur ausgespielt werden soll. Ganz davon abgesehen, dass das Geld für die Sanierung der Städtischen Bühnen frühestens 2021 in den Haushalt eingestellt wird, leistet auch die Kultur einen wichtigen Beitrag in diesen Krisenzeiten.“

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