Neuregelung

Überrascht vom Parkverbot

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Anwohner müssen sich erst an die neuen Regeln gewöhnen. Die Plätze für die Außengastronomie machen eine Änderung nötig.

Seit Jahren parkt Martine Berthenet in der Textorstraße auf Höhe ihres Hauses, dort kann man ohne Parkschein stehen. Doch zu ihrer Überraschung prangte neulich ein Strafzettel an ihrer Scheibe. Von ihren Nachbarn erfuhr sie, dass ein neues Parkschild erst am Tag des Strafzettels aufgestellt wurde, ohne jeglichen Hinweis einer neuen Regelung an die Anwohner.

Ihrem Ärger macht Berthenet mit einem Brief an Presse und Stadt Luft. Sie möchte die „unverschämte Strafe“ nicht anerkennen und bezahlen. Soweit sie wisse, müssten Halteverbotsschilder zwischen zwei und vier Tagen vor dem Gültigkeitszeitraum aufgestellt werden, damit sie von den Anwohnern rechtzeitig zur Kenntnis genommen werden. Das sei nicht der Fall.

Einen Parkplatz zu finden sei – mit oder ohne Parkausweis – schon immer nicht einfach für die Anwohner gewesen. Nun werde es noch schwieriger, vermutet Berthenet und fragt sich, ob die Stadt Frankfurt auf diese Art zusätzliche Einnahmen kassieren müsse. Komisch findet sie auch, dass das Verkehrsamt den Schritt nicht angekündigt habe, aber der Verwarngeld-Verteiler bereits am Vormittag der Aufstellung des Verbotsschildes tätig sein konnte.

Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt hat sich erkundigt: „Am selben Tag seien die Schilder nicht aufgestellt worden, zwei Tage lagen schon dazwischen.“ Er vermutet jedoch, dass das Verfahren eingestellt werde, da wirklich wenig Zeit eingeplant worden sei. Hinweiszettel gebe es bei solchen Vorgängen aber nie.

Platz fürs Steakhouse

Grund für das Parkverbot ist das Steakhaus „Fleischeslust“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf Höhe der Hausnummer 76. Da dort Plätze für die Außengastronomie eingerichtet werden, entfallen sechs Stellplätze, schreibt die Stadt in einer Stellungnahme. Sie reagierte damit auf einen Antrag des Ortsbeirats 5.

Der möchte so zudem das Zuparken des Gehwegs verhindern. Ersatz für die Plätze gibt es zwischen der Hausnummer 83 und 75. Dort wo Berthenet stand, entstehen drei Bewohnerparkplätze und drei kostenpflichtige Kurzzeitparkplätze, so die Stadt. Die Zeiten für das kostenpflichtige Parken passe man an die der Kurzzeitparkplätze an der Schweizer Straße an.

Mit den Kurzzeitparkplätzen reagiere der Magistrat auch auf die Intention des Ortsbeirates. Der hatte das angeregt, da sich Geschäftstreibende der Schweizer Straße das gewünscht hatten. Die Stadt will zudem die Beschilderung auf der Nordseite der Textorstraße so anpassen, dass das Bewohnerparken ganz auf dem Gehweg und quer zur Fahrtrichtung unmittelbar nach der Hausnummer 74 nicht mehr möglich ist.

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