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Metzger Peter Kömpel vom Landhof Kömpel reist seit 25 Jahren aus dem Vogelsberg an, um Fleisch, Wurst und Felle am Ziegelhüttenplatz zu verkaufen.
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Metzger Peter Kömpel vom Landhof Kömpel reist seit 25 Jahren aus dem Vogelsberg an, um Fleisch, Wurst und Felle am Ziegelhüttenplatz zu verkaufen.

Sachsenhausen

Wer am Ziegelhüttenplatz einkauft, hat es nicht eilig

  • VonSabine Schramek
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Kleiner Wochenmarkt hält sich seit 25 Jahren samstags am Ziegelhüttenplatz. Viele Menschen kennen sich schon lange.

Wer nicht hinsieht, könnte ihn fast übersehen, den kleinen Wochenmarkt zwischen Hit und Obi, Ärztehaus, Apotheke und Wohnblocks aus den 60er Jahren. Wenn da nicht der Duft von Bratwürsten und gegrillten Hähnchen wäre. Fast versteckt an den breiten Stufen gegenüber vom Buchladen „Buchplatz“ am Ziegelhüttenplatz locken jeden Samstag eine Handvoll Stände die Nachbarschaft, Stammkundinnen und Passanten an. Seit 25 Jahren stehen sie dort zwischen 9 und 13 Uhr geduldig Schlange, um Wein, Wurst, Gemüse, Geflügel, Käse und alle zwei Wochen Kuchen zu kaufen.

„Es ist einfach alles frisch hier, und die Händler sind supernett“, sagt Anna Kemper, die sich in aller Ruhe beraten lässt, welche Käsesorten besonders mild und cremig sind. Wer am Ziegelhüttenplatz einkauft, hat es nicht eilig – auch wenn auf dem grün-weißen Wagen „Odenwälder Bauernhof-Express“ steht. Ebenso ist es am Weinstand Kastanienhof von Ute Stumpf. „Seit Corona ist einiges anders“, findet die Frau, die passende Weine zu Spargel, zum Geburtstag oder zu Fischgerichten empfiehlt. „Wir haben keinen Ausschank und können keine Weinproben machen. Dafür versorgen sich die Leute jetzt mit mehr Flaschen für zu Hause.“

In achter Generation baut die Familie Wein in Rheinhessen an. Seit mehr als 20 Jahren bringt Stumpf die guten Tropfen auf den Markt. „Durch die Corona-Vorschriften müssen wir alle durch. Es gibt Branchen, bei denen es viel schlechter läuft“, sagt sie.

Ihre Stammkundinnen und -kunden danken es ihr. Auch wenn sie keinen Wein vor Ort trinken können, treffen sie sich mit Abstand und Maske, um ein bisschen zu babbeln und Weine für zu Hause mitzunehmen. „Wir bleiben treu. Bei Wind und Wetter. Irgendwann ist das Virus vorbei, und wir können wieder zusammen trinken“, erklärt ein Herr, der mit der Weinverkäuferin und drei Stammkundinnen herumalbert.

Der Mini-Marktplatz hinter dem winzigen Park ist ein Kleinod. Niemand würde dort auf den ersten Blick Qualität vom Feinsten erwarten. Dabei hat dort auch Sternekoch Carmelo Greco seit 2010 sein Restaurant. Sein Ristorante hat einen Michelin-Stern. Die Gebäude an der breiten Treppe enthüllen erst auf den zweiten Blick ihre Geheimnisse parallel zur Mörfelder Landstraße.

So rau und grau die Gebäude wirken, so kuschelig ist es beim Metzger. Der hat einen ganzen Tisch voll flauschiger Schaffelle dabei und kaum jemand, der Schlange steht, schafft es, nicht einmal kurz seine Hände in den weißen Fellen zu vergraben.

„Wenn es wieder warm ist, haben wir die Schaffelle nicht mehr dabei“, sagt Peter Kömpel, der seit 25 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Christel jeden Samstag 115 Kilometer weit aus Großenlüder im Vogelsbergkreis anreist. Auf ihrem Aussiedlerhof halten sie auf 110 Hektar Ackerbau und Grünland 120 Blonde d’Aquitaine-Rinder, 1200 Schweine, 50 Schafe und „ein paar Stallhasen“. Kömpel hat den Hof 1962 von seinem Vater übernommen, seine Söhne planen gemeinsam mit ihm einen Hofladen. Er fühlt sich wohl auf dem kleinen Bauernmarkt in Sachsenhausen. „Der Markt ist wie ein kleines Dorf. Man kennt sich beim Namen, duzt sich, und der Umgang miteinander ist völlig familiär.“

Ute Stumpf aus Rheinhessen berät die Menschen beim Sachsenhäuser Wochenmarkt, welcher Wein zu Spargel oder Geflügel passt.

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