+
Alles soll schöner werden in Alt-Sachsenhausen.  

Alt-Sachsenhausen

Weniger Müll in Alt-Sachs

  • schließen

Ein Jahr nach der Gründung der Initiative AltSaxneu geht es in kleinen Schritten voran.

Schon ein bisschen schöner ist die Welt in Alt-Sachsenhausen. „Das ist kein Kurzstreckenrennen, sondern ein Marathonlauf. Aber die ersten Kilometer sind geschafft“, sagt Frank Winkler von der Initiative AltSaxNeu am Mittwoch. Er betreibt die historische Schankwirtschaft „Daheim im Lorsbacher Thal“.

Zusammen mit anderen Alt-Sachs-Machern wie Denise Omurca, Betreiberin der Hotel- und Gästegemeinschaft „Libertine Lindenberg“, oder Jürgen Vieth, Wirt unter anderem des „Oberbayern“, hat er sich vor einem Jahr zusammengeschlossen. Das Ziel: weg vom Ballermann-Image. „In Alt-Sachsenhausen soll weiter gefeiert, aber auch wieder gelebt und gewohnt werden“, sagt Winkler.

Jetzt stellt die Initiative die Ergebnisse vor. Beim Müllproblem – vor allem mit Sperrmüll, der gerne mal illegal auf Plätzen und vor Häusern abgestellt wird –, „habe sich wirklich etwas bewegt“.

Dafür gebe es mehrere Gründe. So hat seit September Alt-Sachsenhausen einen Ortsdiener: Frank Reichenbach. Die Schicht des 33-Jährigen beginnt am Spätnachmittag und dauert bis in die späte Nacht. „Da mache ich sechs Mal die Woche Rundgänge“, so Reichenbach, der sonst Betriebsleiter im „Oberbayern“ ist. Er spricht mit Bewohnern und Gastronomen, und notfalls ruft er auch direkt bei der FES an. „Oder wir packen selbst mit an“, sagt Winkler.

Ordnungsdezernent Markus Frank(CDU) lobt dieses Engagement. „Viele Leute erstellen Listen, was alles verändert werden sollte. Diese Initiative packt selbst mit an“, sagt Frank. Auch Bürgermeister Uwe Becker (CDU) hat viele Gespräche mit den Machern von AltSaxNeu geführt.

Die Stadt unterstützt die Initiative zudem mit 20 000 Euro im Jahr. Neu ist, dass in dunklen Ecken wie in der Klappergasse Strahler mit Bewegunsgmeldern stehen. Auch das habe dazu geführt, dass weniger Müll abgestellt werde. 18 Fassaden seien nach Gesprächen zudem von Graffiti und Plakaten befreit und von den Vermietern neu verputzt oder neu gestrichen worden.

Das ist nicht nur hübscher anzusehen. „Wenn ein Haus vergammelt aussieht, wird eher Müll abgestellt“, so Winkler. Auch die Fassade von Vieths Restaurant „Froschkönig“ sei neu. „Aber das Haus nebenan, wo Leute monatsweise leben, ist eine Bruchbude. Da fallen Teile schon ab. Das ist eine Provokation. Bitte machen Sie was“, sagt Winkler und schaut in Richtung Becker. Der Bürgermeister verspricht, sich darum zu kümmern.

Geplant ist ein Stadtteilbüro: „Dafür suchen wir noch einen Standort“, sagt Winkler. Auch sollten sich Leute melden, denen Leerstand auffällt. Winkler eröffnet bald die Affentorschänke, die lange leer stand.

Die Shisha-Bars seien noch ein Problem, weil die Betreiber nicht so gesprächsbereit oder greifbar seien. „Aber es gibt deutlich weniger Junggesellenabschiede auf der Straße“ , sagt Winkler. Denn beim Junggesellen-Hotspot „Oberbayern“ hat Vieth neue Regeln aufgestellt. „Junggesellenabschiede müssen vorher reservieren, dürfen nicht schon betrunken ankommen und keinen eigenen Alkohol mitbringen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare