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Johannes Löschner (links) und Markus Richarz kennen den Adlhochplatz gut.
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Johannes Löschner (links) und Markus Richarz kennen den Adlhochplatz gut.

Sachsenhausen

Weiter Diskussion um Bänke am Adlhochplatz in Sachsenhausen

Nachdem man am Adlhochplatz wieder sitzen kann, ist unklar, ob eine soziale Einrichtung vor Ort tätig wird. Der Dialog dazu hat nun aber angefangen.

Christian Becker (CDU) hatte eigentlich gedacht, dass nun Ruhe einkehre in ein Thema, das den Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) schon lange beschäftigt: Vergangene Woche waren, wie vom Stadtteilgremium gefordert, die Bänke am Adlhochplatz wieder hingestellt worden (die FR berichtete). Doch mit einigen Tagen Abstand ist der Ortsvorsteher eher ratlos. Denn korrekt umgesetzt wurde der Beschluss des Ortsbeirates nicht.

Das zeigt sich, wenn man mit Markus Richarz und Johannes Löschner unterwegs ist. Beide arbeiten beim Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit, Richarz als Leiter des Jugendbüros Sachsenhausen, Löschner als Bereichsleiter für die Offene Jugend- und Kinderarbeit. Auf ihren Verein hatte die Stadt verwiesen, seine Mitarbeitenden würden bereits regelmäßig den Platz aufsuchen. Das stimme zwar, sagt Richarz. „Das ist Teil unseres Angebots der aufsuchenden Jugendarbeit, mit der wir im ganzen Stadtteil unterwegs sind.“ Aber einen konkreten Auftrag für den Platz? Ein Vorabgespräch, bevor die Bänke wieder errichtet werden? „Das hat es nicht gegeben“, so Löschner.

Und das ist es, was Christian Becker mindestens verwundert. Er war der festen Überzeugung, „dass wir mit dem Antrag einen guten Kompromiss gefunden haben“. Einen Kompromiss für die Anwohner und Anwohnerinnen, die sich über den Lärm beschwert haben, den vornehmlich Jugendlich auf dem Platz verursacht haben sollen, und für die Menschen, die sich Sitzgelegenheiten zurückgewünscht haben, um dem Platz mehr Aufenthaltsqualität zu verleihen.

Der Verein

Den Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit gibt es seit 1980. An 19 Standorten in Frankfurt betreibt er aktuell Kinder- und Jugendhäuser.

Eines davon , das Jugendbüro Sachsenhausen, befindet sich in der Schneckenhofstraße 13H. Geöffnet hat es montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr.

Länger darf es nicht öffnen, wegen einer Vereinbarung, die die Nachbarn vor Lärm schützen soll. Daher sucht der Verein auch mit Nachdruck eine neue Liegenschaft.

Auch neue Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen sucht der Verein dringend.

Kontakt zum Leiter Markus Richarz ist möglich unter Telefon 0 69 / 61 99 57 40 oder per E-Mail an jugendbuero-sachsenhausen@ frankfurt-evangelisch.de. bö

Im Antrag des Gremiums aus dem Mai steht ganz eindeutig: Der Magistrat solle die Sitzbänke „versuchsweise unter der Bedingung, dass sichergestellt ist, dass in den Abend- bzw. Nachstunden, vor allem an Wochenenden, der Platz durch Sozialarbeiter und Streetworker aufgesucht wird“. Sollte das nicht möglich sein, „soll eine mobile Bestuhlung mit den Gewerbetreibenden vor Ort abgestimmt und wenn möglich installiert werden“.

Nun fragt sich Becker, warum die Stadt vorher weder zum Ortsbeirat noch zu einer sozialen Einrichtung Kontakt aufgenommen habe.

Dieser Kontakt ist mittlerweile hergestellt. Am Mittwoch habe es ein erstes Gespräch mit dem Amt für Straßenbau und Erschließung gegeben, berichtet Johannes Löschner. Dabei sei aber klar geworden, dass man noch weit auseinanderliege bei der Bewertung der Aufgaben, die der Verein übernehmen könne.

„Wir können und wollen keine ordnungspolitischen Sanktionen aussprechen“, stellt Markus Richarz klar. Und dazu sieht er auch keine Notwendigkeit. 2016 habe man einen konkreten Auftrag gehabt, den Platz zu beobachten, dabei habe man keine besonderen Vorkommnisse festgestellt. Das habe auch ein Gespräch mit der Polizei damals bekräftigt. Auch in den Jahren danach habe man die Probleme, die es angeblich auf diesem Platz gebe, nicht bestätigen können. Ein Bericht des Magistrats aus dem April diesen Jahres scheint das zu bestätigen. Demnach gab es 2019 drei und 2020 zwei Beschwerden wegen Ruhestörungen.

So oder so: Der Dialog scheint nun angefangen zu haben. Richarz und Löschner wollen kommende Woche auch zur Sitzung des Ortsbeirates 5 gehen.

Von Fabian Boker

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