fff_kissel_071120
+
In der Fritz-Kissel-Siedlung wird aufgestockt.

Bauprojekt

Während des Umbaus ins Hotel

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
    schließen

Bei den Arbeiten zur Aufstockung von Häusern in der Fritz-Kissel-Siedlung gibt es Probleme. Die Möglichkeit der temporären Umquartierung in ein Hotel nutzen nur wenige Menschen.

In der Fritz-Kissel-Siedlung wird aktuell aufgestockt, mehrere Häuser bekommen weitere Etagen. Allerdings verzögern sich die Arbeiten. Und auch bei der Unterbringung besonders lärmgeplagter Bewohner und Bewohnerinnen in Hotels läuft nicht alles nach Plan.

Eigentlich wollte die Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHW), die die Häuser an der Breslauer Straße, der Mörfelder Landstraße und am Ziegelhüttenweg verwaltet, schon viel weiter sein. Doch vor allem Starkregen zu Beginn der Bauphase hätte die Arbeiten verzögert, erklärt NHW-Sprecher Patrick Brückel. Daher werde auch die Lärmbelästigungen andauern, bedauert er. Doch zumindest für die Mieter und Mieterinnen in den obersten Etagen habe die Unternehmensgruppe eine Lösung gefunden, die Unterbringung in Hotels. Dieses Vorgehen wurde nun dem Pandemiegeschehen angepasst.

Denn anstatt die Übernachtung im Hotel Senator in der Oppenheimer Landstraße, das fußläufig von der Siedlung aus zu erreichen ist, vorzuschreiben, können die betroffenen Personen nun auch nachts wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, von 18 bis 7 Uhr. „Wir kommen den Bewohnern damit entgegen“, erklärt Brückel. „So können Kontakte zu anderen Personen vermieden und mögliche Infektionen verhindert werden.“

Für einen Bewohner wie Kenneth Haiav ist das egal. Er sehe keinen Sinn darin, abends wieder in seine Wohnung im Ziegelhüttenweg zurückzukehren. „Wenn, dann bleibe ich im Hotel.“

Das wollen aber längst nicht alle Bewohner und Bewohnerinnen der insgesamt 55 betroffenen Wohnungen. Mieter und Mieterinnen aus 29 Wohnungen kommen privat unter, bei Freunden oder Verwandten, erklärt Sprecher Brückel. Wer diesen Weg wählt, erhält – zusätzlich zur Mietminderung von 100 Prozent für den Zeitraum der Umquartierung, die für alle Betroffenen gilt – 80 Euro Tagespauschale. Bei der Hotel-Lösung entfällt diese. Sechs Personen haben bereits das Hotel in Anspruch genommen, drei tun es aktuell, ab Montag zieht eine weitere Person um. Ein Mieter habe sich bisher für die Tageszimmer-Variante entschieden. Der Aufenthalt im Hotel soll nach den ursprünglichen Plänen der NHW drei bis maximal fünf Tage dauern. Doch dabei, gibt Brückel zu, habe es Probleme gegeben. Die Dauer liege aktuell zwischen 12 und 28 Tagen.

Der NHW-Sprecher betont aber, dass der erste Bauabschnitt trotz der Verzögerungen wie geplant im Frühjahr 2021 abgeschlossen sei. Bisher seien drei Aufstockungen in der Breslauer Straße und der Mörfelder Landstraße soweit fertig, dass nur noch einige Innen- und Außenarbeiten zu erledigen seien. Bei einem weiteren Haus in der Mörfelder Landstraße sei man zur Hälfte fertig. Am 16. November geht es im Ziegelhüttenweg weiter, planmäßig.

Insgesamt werden 82 neue Wohnungen – darunter 22 geförderte – auf 14 Gebäuden entstehen. Hinzu kommt eine Tiefgarage mit 52 Stellplätzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare