+
Thomas Panke (rechts) freut sich über das Erdmännchen, das er vom Chef der CDU Sachsenhausen, Jochem Heumann, geschenkt bekommen hat.

Sachsenhausen

Frankfurter Händler hat zu viel Lego im Logo

  • schließen

Händler Thomas Panke aus Sachsenhausen wurde vom dänischen Großkonzern abgemahnt – und profitiert mit seinem Laden davon.

Als Thomas Panke den Brief geöffnet hatte, konnte er es nicht glauben. Der Besitzer des kleinen Eckladens „Held der Steine“ in der Laubestraße, in dem er seit sechs Jahren Lego verkauft, war von dem Großkonzern abgemahnt worden.

Begründung: Das Logo seines Ladens ähnele zu sehr einem Baustein des dänischen Spielzeugherstellers. Auf Pankes Firmenzeichen mit dem Namen des Fachgeschäfts war im Hintergrund ein sogenannter Klemmbaustein mit den charakteristischen Noppen zu sehen. „Das Logo erinnert entfernt an einen Noppenstein“, sagt Panke beim „Sonntagsgespräch“ der Sachsenhäuser CDU im kleinen Saal des Südbahnhofs. Dabei sei das Patent von Lego schon seit langer Zeit abgelaufen, fügt er hinzu.

Der ehemalige IT-Berater habe bei Lego angerufen und gefragt: „Ist das Ihr Ernst?“. Und ja, die Verantwortlichen des Unternehmens hätten es ernst gemeint. Immerhin habe Panke für sein Spezialgeschäft, das jährlich um 50 Prozent wachse und – entgegen der Werbung als „Kindermarke“ – hauptsächlich kaufkräftige, männliche Kundschaft mittleren Alters anziehe, regelmäßig bei dem Konzern bestellt.

„Lego hat kein ernsthaftes Interesse daran, Ersatzteile zu verkaufen“, sagt Panke. Das sei unter Kennern jedoch stark nachgefragt und werde von ihm angeboten, außerdem eine persönliche Beratung. Deshalb habe er sich bewusst für einen Verkaufsraum von nur vier Quadratmetern entschieden, um nah am Kunden zu sein. Daneben stellte Panke auf seinem Youtube-Kanal Produkte von Lego vor. Einen Online-Handel betrieb er auch, den er nun eingestellt habe, weil er sonst weitere Abmahnungen befürchte.

Aus dem Vorfall hat der 38-Jährige seine Lehren gezogen und kurzerhand Klemmbausteine anderer Marken ins Sortiment genommen. Es gebe auf dem Markt 60 bis 70 weitere Firmen, die die Kunststoffbausteine herstellten. Die meisten kämen aus China, eine kleinere „mit einigen hundert Mitarbeitern“ aus Polen. Deren Bausteine verkaufe er nun auch, sagt Panke und ergänzt, dass die Firma aufgrund ihrer Größe schon Lieferengpässe habe. Insgesamt hat er fünf weitere Marken im Angebot.

„Lego hat mir durch ihre PR-Dusseligkeit geholfen“, sagt Panke. So habe er sein Sortiment nicht nur erweitern können, sondern gleichzeitig viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Kunden, die aus einem Umkreis von 300 bis 400 Kilometer anreisten, seien ob der Qualität der „Fremd-Firmen“ anfangs zwar skeptisch gewesen, hätten aber schnell gemerkt, dass die Produkte der Mitbewerber ebenso gut seien.

Jochem Heumann, von der Sachsenhäuser CDU, der Panke am Sonntag eingeladen hat, möchte wissen, ob dem Konzern die Bewertungen der Lego-Produkte durch den „Held der Steine“ vielleicht missfallen hätten, die auch mal kritisch ausgefallen seien. Das könne er sich nicht vorstellen, sagt Panke. Zumal er auf Youtube Verlinkungen zu den Produkten veröffentlicht habe.

Statt des Lego-Steins ziert jetzt ein Erdmännchen mit einem Umhang Pankes Logo. Das sehe „putzig“ aus und werde nicht mit Klemmbausteinen verwechselt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare