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Sorge um Gärten am Luderbach

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Von: Stefanie Wehr

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Fühlen sich unter Druck gesetzt: Lothar Hambach, Peter Ruhr, Wolfgang und Angelika Hanselmann (v.l.).
Fühlen sich unter Druck gesetzt: Lothar Hambach, Peter Ruhr, Wolfgang und Angelika Hanselmann (v.l.). © Michael Faust

Für die Renaturierung des Luderbachs müssen Gartenparzellen verkleinert und Hütten abgerissen werden. Das sorgt die Pächterinnen und Pächter. Sie kritisieren die mangelnde Kommunikation mit der Stadt.

Der Luderbach wird derzeit zwischen Schwarzsteinkautweg und Ziegelhüttenweg renaturiert. Am östlichen Ufer wurden Anfang 2020 die Holzverschläge an den Rändern des künstlichen Bachbetts entfernt und das Ufer verbreitert und abgetragen, so dass es sanft abfällt. Kommendes Jahr soll auch das westliche Ufer naturnah umgebaut werden.

Die Pächterinnen und Pächter der städtischen Gärten entlang des Luderbachs sollen Teile ihrer Parzellen dafür abgeben. Die Information der Stadtentwässerung kam für sie überraschend. Bei der Projektvorstellung im Jahr 2015 war nur von der östlichen Seite die Rede gewesen. Die Pächter:innen waren davon ausgegangen, dass das Westufer so bleibt.

„Damals gab es eine Info-Veranstaltung für die Bürger. Aber jetzt wurden alle Pächter einzeln von einem Mitarbeiter der Stadtentwässerung angesprochen und darauf hingewiesen, dass nun das westliche Ufer an der Reihe ist“, sagt Wolfgang Hanselmann, der mit seiner Frau Angelika einen Garten an der Brücke gepachtet hat. Nun sollen sie ihre Hütte versetzen und auf einen Streifen ihres Areals verzichten.

Gegenüber mussten vor drei Jahren 30 Hobby-Gärtner:innen teils große Teile ihrer Flächen abgeben, ihre Hütten wurden entfernt und durch neue ersetzt, die weiter hinten in den Gärten stehen. Die Gärtner:innen sorgen sich, dass weitere, große Bäume gefällt werden. Das habe die Stadtentwässerung auch angekündigt. „Die alten Bäume müssen unbedingt erhalten bleiben“, sagt eine Sachsenhäuserin, „das ist wichtig für die Natur hier“.

Die Absprachen mit der Stadt seien dürftig, die Kommunikation schlecht. Zuvor hatten die Gärten östlich des Bachs alle einen Zaun. Dieser sei nicht ersetzt worden. „Jeder hat sich daraufhin einen eigenen Zaun gezimmert oder gekauft, das hat viel Geld gekostet“, klagt ein Gärtner.

Der Luderbach sei im Sommer ausgetrocknet gewesen. Auch jetzt fließt nur wenig Wasser im Bachbett. Die Pächter:innen fragen sich, wozu das alles überhaupt notwendig ist.

Hanselmanns sind seit Jahrzehnten Pächter in der städtischen Freizeitgartenanlage. Teile der Familie hatten den Garten gegenüber gepachtet, der relativ viel Fläche abgeben und eine alte Trauerweide opfern musste. „Das war schlimm. Es sollte doch um mehr Natur gehen, nicht weniger“, sagt Hanselmann.

Um Aufklärung bittet auch der Ortsbeirat 5. Baudezernentin Sylvia Weber antwortete. Laut Bebauungsplan seien auf beiden Seiten des Luderbachs Geländestreifen als naturnahe Bachauen ausgewiesen. Östlich seien 30 Gärten betroffen, westlich kommen rund 40 hinzu. „Die Maßnahmen beginnen frühestens im Oktober 2023.“

Henning Beppler, Sprecher der Stadtentwässerung, erlärt, dass dafür keine Info-Veranstaltung notwendig sei, weil es schon 2014/2015 umfangreiche Gespräche mit den Pächtern gegeben habe. Nach Abschluss der Arbeiten auf der östlichen Seite soll am Westufer eine fünf bis acht Meter breite Aue entstehen. Dies geschehe, weil die Stadt verpflichtet sei, eine nachhaltige Gewässerentwicklung zu betreiben.

17 Bäume sollen für den zweiten Bauabschnitt gefällt werden. Viele davon seien ohnehin „in keinem gutem Zustand“. Die Hütten der Pächter, die abgerissen werden müssen, ersetze die Stadtentwässerung. Allerdings müssten naturschutzrechtliche Auflagen beachtet werden, die eine Maximalgröße der Lauben vorsehen.

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