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Internationales Theater am Fluss: Am Mainufer steht alles bereit für 17 Tage Sommerwerft.

Theaterfest

Sommerwerft in Frankfurt: Alle Infos zum Fest am Mainufer

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Am Frankfurter Mainufer schlägt wieder die Sommerwerft ihre Zelte auf - heute geht es los. Bis zum 4. August bekommen Besucher einiges geboten. 

Frankfurt – Im Frankfurter Osten, unweit der Europäischen Zentralbank, steht seit drei Tagen ein zehn Meter hohes, rot-blau gestreiftes Zelt am Mainufer. Ein Banner auf der Spitze verrät, was sich in den kommenden zwei Wochen in und um das Theaterzelt herum ereignen soll: Die „Sommerwerft – internationales Theaterfest am Fluss“ wird hier angekündigt.

Am heutigen Freitag feiert das Fest an der Weseler Werft ab 17 Uhr seine Eröffnung. Bereits zum 18. Mal wird das Festival von Protagon, einem Förderverein für freie Theateraktionen, organisiert. Bis zum 4. August finden sich hier Essens- und Getränkestände mit internationaler Küche, verschiedene Workshopangebote sowie künstlerische Darbietungen von Theater, Tanz und Musik.

„Was die Sommerwerft so einmalig macht, ist, dass wir als Theaterleute das Festival selbst organisieren“, sagt Bernhard Bub, der für die künstlerische Leitung des Festivals verantwortlich ist. Bub ist außerdem künstlerischer Leiter der „Antagon TheaterAKTion“- ein freies Tanz- und Performance-Theater. Die Theatergruppe habe damals 2002 die erste Sommerwerft mitinitiiert. Und auch heute noch sei die Gruppe fester Bestandteil des Programms sowie der Organisation des Festivals.

Sommerwerft: Beduinenzelt mit orientalischem Ambiente

Ebenfalls von Beginn an dabei und „Kern der Sommerwerft“ sei das Beduinenzelt, sagt Bub. Auch geografisch steht es in der Mitte des Festivalgeländes und lädt mit orientalischem Ambiente zum hineinkommen ein. Das Zelt wurde in diesem Jahr erneuert und vergrößert, so dass sich hier nun noch mehr Besucher auf den Perserteppichen niederlassen und Einzelkünstlern und Musikgruppen zuhören können. Von Indie und Folk über Popmusik bis HipHop sind die verschiedensten Genres auf der Bühne vertreten.

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Die teilnehmenden Künstler kommen aus der ganzen Welt ans Frankfurter Mainufer. „Wir haben in diesem Jahr unter anderem Künstler aus Brasilien, Finnland, Italien und Japan, die extra für die Sommerwerft anreisen“, sagt Feyza Morgül, die Sprecherin der Sommerwerft. Draußen ist der sogenannte „Porto Brazil“ bereits aufgebaut und lockt ab heute Abend mit brasilianischen Getränken und Programm. Etwas weiter wird das Babuschka-Café russische Spezialitäten anbieten.

Ebenso international wie die Künstler sind auch die freiwilligen Helfer. Von den 400 Mitwirkenden sind einige extra für das Theaterfestival aus dem Ausland angereist. Über die Online-Plattform „Workaway“ wurden 75 Freiwillige gefunden, die anreisten, um beim Auf- und Abbau sowie bei sonstigen anfallenden Aufgaben rund um das Festival zu helfen.

Sogar Australier helfen mit

So etwa die drei jungen Frauen, die am Donnerstagmorgen vor dem Beduinenzelt die orientalischen Teppiche mit Brandschutzmittel besprühen. Die Mexikanerin Ilse Ramirez ist seit Anfang der Woche da. „Mir gefällt an der Veranstaltung vor allem, dass sie versucht, mehr Menschen fürs Theater und die Künste zu interessieren.“ Auch Birdie MacKay nahm den sehr, sehr weiten Weg aus Australien auf sich, um bei der Sommerwerft mitzuhelfen. Der Australierin ist vor allem wichtig, dass die Kunst durch das Fest allen zugänglich gemacht werde. „Theater und Musik darf nicht nur ein Thema für Eliten sein.“ Auch zu Hause setze sie sich dafür ein, indem sie Kunst- und Schauspielunterricht für Kinder kostenlos anbiete. „Die Stimmung unter den Freiwilligen ist super“, sagt MacKay. Im Team seien alle sehr aufgeschlossen und es habe sich schon in den wenigen Tagen des Aufbaus eine richtige Gemeinschaft gebildet.

Das Programm ist wie jedes Jahr für alle Besucher kostenlos. „Theater hat schließlich die Aufgabe, für alle da zu sein“, betont Bub. Deshalb lebe das Fest von den freiwilligen Helfern, Spenden während der Vorstellungen und der finanziellen Unterstützung der Stadt. In diesem Jahr 50.000 Euro. „Aus einem ursprünglich kleinen Hippie-Fest ist über die Jahre etwas ganz Großes geworden“, sagt Morgül. Jahr für Jahr seien es mehr Besucher, mehr Helfer und mehr Künstler.

Im vergangenen Jahr seien an den 17 Tagen der Sommerwerft fast 100.000 Besucher da gewesen. Und dank der guten Wettervorhersage deute vieles daraufhin, dass das Fest auch in diesem Jahr wieder gut besucht sein wird.

Spielplan

„Terra Mia“, eine Gesellschaftsanalyse der italienischen Gruppe Ondadurto Teatro, wird am Freitag, 19. Juli, und Samstag, 20. Juli, um jeweils 21.45 Uhr vorgeführt.

„Nautilus“, eine Koproduktion von Blackout Paradox und Teatr Novogo Fronta, führt angelehnt an Jule Vernes Reiseromane am Mittwoch, 24. Juli um 21.45 Uhr in die Tiefen des Meeres.

In „Package“, einem Tanztheater über den Büroalltag, treten am Freitag, 26. Juli, und Samstag, 27. Juli, antagon TheaterAKTion auf.

Das ganze Programm finden Sie unter www.sommerwerft.art

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