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Sitzplätze mitten im Kreisverkehr

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Julika Bürgin (r.) und Elke Fieger sind für eine alternative Form der Umgestaltung der Holbeinkreuzung.
Julika Bürgin (r.) und Elke Fieger sind für eine alternative Form der Umgestaltung der Holbeinkreuzung. © christoph boeckheler*

Der Knotenpunkt Holbeinstraße/Burnitzstraße/ Oppenheimer Landstraße/Hedderichstraße und Nell-Breuning-Straße soll zu einem ovalen Kreisverkehr umgebaut werden. Anwohnerinnen kritisieren, die Pläne ließen die Aufenthalts- und Lebensqualität außer Acht.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Bagger rollen. Dort, wo Holbein-, Hedderich-, Burnitz-, Nell-Breuning- und Oppenheimer Landstraße aufeinandertreffen, wird dann ein Kreisverkehr entstehen. Noch fehlt der Förderbescheid durch das Land Hessen; liegt dieser vor, beginne das Ausschreibungsverfahren für den Bau, teilt die Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE), Michaela Kraft, mit.

Zwei Anwohnerinnen sind mit den Bauplänen jedoch nicht einverstanden. Das Vorhaben berücksichtige ausschließlich den Verkehr, nicht aber die Aufenthalts- und Lebensqualität der Bürger:innen, finden Julika Bürgin und Elke Fieger.

Nach den Plänen der Stadt soll ein ovalförmiger Kreisverkehr entstehen, in dessen Mitte eine Grünfläche mit Sitzbänken vorgesehen ist. Umliegende Grünflächen außerhalb des Kreisverkehrs sollen mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden. Auch eine Einbindung des Radschnellweges Frankfurt-Darmstadt, der über die Holbein- und Oppenheimer Landstraße führen soll, ist geplant. Hintergrund für den Umbau ist der neue Campus der Integrierten Gesamtschule (IGS) Süd; die Textorstraße zwischen Holbein- und Oppenheimer Landstraße wird dadurch zur Sackgasse.

Keine Aufenthaltsqualität

Die geplante Verkehrsführung „mache Sinn“, sagt Julika Bürgin. Bänke inmitten der Verkehrsinsel hätten jedoch „keine Aufenthaltsqualität.“ Mit Elke Fieger plädiert sie dafür, die Verkehrsinsel so klein wie möglich zu halten und dafür Aufenthaltsflächen am äußeren Rand des Kreisverkehrs, die von den Fußwegen zugänglich sind, zu schaffen. Dort wünschen sie sich „Baumelbänke“ oder eine Balanciertreppe.

Der Bereich rund um das Wasserhäuschen auf dem Grünstreifen der Holbeinstraße sei ein beliebter Treffpunkt, sagt Fieger. Der Grünstreifen solle daher nur geringfügig an der Spitze beschnitten werden – anders als derzeit geplant. Der Umbau biete die „Chance, einen Prototyp in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung zu schaffen“, glaubt Bürgin.

ASE-Leiterin Michaela Kraft entgegnet, dass im Zuge der Planungen des Kreisverkehrs „alle Beteiligten intensiv gehört“ wurden: „Die Einschätzung, die Planungen seien ausschließlich auf den Verkehr bezogen, widersprechen wir ausdrücklich.“ Der gesamte Platzbereich werde gestalterisch aufgewertet; durch das Stärken des Radverkehrs und das Schaffen von Retentionsflächen seien zudem Belange des Klimaschutzes eingeflossen.

Die ovale Form der Verkehrsinsel und der Straßenführung ergebe sich aus der „Knotenpunktgeometrie“ – also der Lage und Ausrichtung der Straßen, die der Kreisverkehr miteinander verknüpfen soll. Aufenthaltsbereiche in den umliegenden Grünflächen seien indes nicht vorgesehen.

Der zuständige Ortsbeirat 5 hatte im Juli 2021 den Plänen zugestimmt, den Platz für 3,9 Millionen Euro neu zu gestalten. Nur die Grünen waren dagegen. Im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten losgehen; zwei Jahre sind für den Bau veranschlagt. Um möglichst zügig zu bauen, wird der Knotenpunkt für die Bauzeit voll gesperrt. Die Burnitz-, Hedderich-, Oppenheimer Landstraße und die Holbeinstraße werden zu Sackgassen. Die Buslinien sollen während der Bauzeit umgeleitet werden.

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