Frankfurter Süden

Sicherer Radfahren im Frankfurter Süden

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Bürger benennen im Ortsbeirat für Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen Gefahrenstellen.

Nicht nur die Analysen, die die Bürgerinitiative Radentscheid am vergangenen Freitag dem Ortsbeirat für Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen (Ortsbeirat 5) vorstellte, zeigen: Zahlreiche Radwege im Frankfurter Süden sind unsicher. Sowohl Mitglieder des Ortsbeirats als auch anwesende Bürger nahmen den Denkanstoß der BI, die ihre Vision vom Frankfurter Radwege-Netz vorstellte, größtenteils positiv auf – und brachten selbst zahlreiche Beispiele aus dem eigenen Alltag im Frankfurter Süden ein.

4 0 000 Unterschriften konnten die BI-Initiatoren Beatrix Baltabol, Rebecca Faller und Werner Buthe im vergangenen Jahr für den Ausbau von Radwegen in Frankfurt sammeln. Die Argumente: Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, aber auch Aufenthaltsqualität und Platzgründe. „514 Autos auf 1000 Einwohner plus Pendler rauben der Stadt viel Raum, der besser genutzt werden könnte“, so Faller. Für den Süden Frankfurts bringt die BI die Beispiele Brückenstraße, Siemensstraße und Schweizer Straße, die das Sicherheits-Siegel „Schlecht“ bekommen. Diese Straßen, gut ausgebaut an die Mörfelder Landstraße angebunden, sollen den Plänen nach einen Radschnellweg über Langen nach Darmstadt bilden.

D ie lückenhafte Offenbacher Landstraße stört Reinhard Klapproth (Grüne) häufig. Dennoch räumt er ein: „Auf 99 Auto-Anfragen kommt eine zu Fahrrädern bei uns an.“ Die Frage von Uwe Schulz (FDP), warum stark befahrene Straßen zu Gunsten der Radler geschmälert werden sollen, statt Radwege auf wenig befahrene Straßen zu verlegen, beantwortet Batabol. „Teilweise planen wir sie in Parallelstraßen. Aber es darf nicht sein, dass Radfahrer im Zick-Zack durch die Stadt fahren müssen. Das Rad soll ja als schnelles Fortbewegungsmittel attraktiver werden.“

Kinderbeauftragter Roland Limberg (CDU) hat Sorge um Liefer- und Pendlerverkehr. Anderseits hält er die von der BI geforderte Radweg-Mindestbreite von gut zwei Metern für Lastenräder für nicht ausreichend. Gefährlich findet Sophie Gneisenau-Kempfert (Grüne) besonders die Gutzkowstraße, die Brückenstraße und die Querung der Untermainbrücke auf nördlicher Mainseite – laut Auswertungen der BI die gefährlichste Kreuzung Frankfurts.

Dass Pendler die Verkehrssituation diktieren würden, ärgert einen Bürger. „Wir leben in der Stadt. Ich kenne viele, die unglaublich gerne Rad fahren würden, sich aber einfach nicht trauen.“ Weitere Bürgerinnen plädierten dafür, Fahrgemeinschaften zu bewerben, oder wollten den Politikern Mut machen, sich für die Verkehrswende einzusetzen. Gefährlich fände er die Bruchfeldstraße, so ein Familienvater aus Niederrad, „besonders wenn bei parkenden Autos plötzlich die Türe geöffnet wird“.

Der Ortsbeirat 5 verabschiedete im Anschluss Anträge, in denen Stadtverordnetenversammlung und Magistrat gebeten wurden, das von der BI erarbeitete Radnetz als „von der Straße baulich getrennten Radweg einzurichten“.

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