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Beschwingte Gäste auf dem Schweizer Straßenfest 2018, da noch mit Binding-Schirmen.

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Schweizer Straßenfest in Sachsenhausen mit Darmstädter Bier

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Der Veranstalter wechselt den Hauptsponsor. Braustübl löst die Binding AG ab.

Diesen Sommer möchte der Vereinsring Sachsenhausen keinen Stand auf dem Schweizer Straßenfest betreiben. Das liegt an der Entscheidung der Organisatoren, die Binding Brauerei nicht mehr als Hauptsponsor der Feier einzusetzen. Einer der Gründe sei das Finanzielle, sagt Torsten Schiller, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße. Kosten für Sicherheit und Programm steigen. Schließlich wolle man als ehrenamtlicher Verein keine Schulden machen.

Auch habe es in der Zusammenarbeit mit Binding „gewisse atmosphärische Störungen gegeben“, sagt Schiller. Die Arbeit sei nicht mehr auf Augenhöhe gewesen. Also habe man sich eben nach Alternativen umgeschaut, „wir leben schließlich in einer Wettbewerbsgesellschaft“.

Neuer Sponsor für das 36. Fest ist nun das Darmstädter Familienunternehmen „Braustüb’l“. In Frankfurt war es bereits beim Grüne Soße-Festival mit dabei. Wolfgang Koehler, Geschäftsleiter von Braustüb’l freut sich über die Zusammenarbeit. „Die Chemie hat gleich gestimmt.“

Die Reaktionen auf den Wechsel sind gemischt. In den Sozialen Netzwerken kündigen einige an, dieses Jahr das Fest boykottieren zu wollen, aus Wut über die Sponsoren-Absage. Andere fordern, den Neuen eine Chance zu geben. Am 15. und 16. Juni wird entlang der Flaniermeile mit Essen, Trinken und Musik gefeiert.

Der Vorsitzende des Vereinsrings Sachsenhausen, Markus Mannberger, findet es sehr schade, dass ein Sponsor von außerhalb verpflichtet wurde. Besonders ärgert ihn, dass nicht mit den Mitgliedern oder Vereinen kommuniziert wurde, so hätte man vielleicht eine Lösung finden können, findet er. Auch mit Binding hätte man sprechen können. Das sei kein schöner Stil, sich von einem langjährigen Sponsor zu verabschieden. „Ein partnerschaftliches Miteinander sieht anders aus.“

Auf die Art werde das Straßenfest austauschbar. Vor einigen Jahren habe es schon mal einen Vorstoß in diese Richtung gegeben, da sei man nicht mehr gerne hingegangen. Doch dann habe man das Fest wieder im Stadtteil etablieren und verwurzeln können. Mit dem Sponsorwechsel bewege sich die Feier nun wieder in die falsche Richtung.

Was Mannberger außerdem ärgert: dass nun alle ihre Getränke bei einem Händler in Eschborn bestellen müssten, statt bei einem lokalen. Standbetreiber befürchten darüber hinaus höhere Preise, wenn es um die Ausstattung geht. „Wir verlangen marktübliche Preise“, sagt aber Wolfgang Koehler von Braustüb’l. Er ist sich sicher, dass es ein zuträgliches Geschäft für beide Seiten wird. Koehler versteht zwar den Lokalpatriotismus, merkt aber an: „Wir sind auch nur 25 Minuten von Frankfurt entfernt.“

Der Inhaber des Lokals Apfelwein Wagner auf der Schweizer Straße kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Wenn der neue Sponsor eben mehr zahlt.“ Denn schließlich würden die Auflagen auch immer umfangreicher. Dafür habe man ja einen Vorstand, eine Abstimmung über den Sponsor habe es noch nie gegeben. Er selbst schenke vor allem Apfelwein aus. Dass sich dadurch der Charakter des Festes verändert, glaubt er nicht.

Die Binding-Brauerei bedauert, dass der Veranstalter den Bierpartner gewechselt habe. „Diese wunderbar bunte Veranstaltung in direkter Nachbarschaft zu unserer Binding-Brauerei haben wir über Jahrzehnte sehr gerne und mit vielen Aktivitäten unterstützt“, sagt Sprecherin Claudia Geisler. Als Frankfurter Unternehmen seid er Binding Regionalität eine „Herzensangelegenheit“. Mit dem Schweizer Straßenfest sei ein partnerschaftliches Miteinander von „zwei Ur-Sachsenhäuser Institutionen“ entstanden.

Ob Braustüb’l auch im nächsten Jahr Sponsor sein wird, ist offen. „Da werden die Karten neu gemischt“, sagt Torsten Schiller. Grundsätzlich sei man immer zu Gesprächen bereit, sagt die Binding, wobei der Ball im Feld der Aktionsgemeinschaft liege, wenn es um das Schweizer Straßenfest geht.

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