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Schweizer Platz: Mehr Raum für Flaneure

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Von: Sebastian Theuner

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Künftig könnten die Autos zusammen mit der Tram schnurstracks über den Schweizer Platz rollen. Fußgänger:innen und Radler:innen hätten dann mehr Fläche zur Verfügung.
Künftig könnten die Autos zusammen mit der Tram schnurstracks über den Schweizer Platz rollen. Fußgänger:innen und Radler:innen hätten dann mehr Fläche zur Verfügung. © Stadt Frankfurt

Magistrat stellt Studie zur Neugestaltung des Sachsenhäuser Knotenpunkts und der Schweizer Straße vor.

Es dominiert die Farbe Grün: Auf die kreisrunde Platzmitte steuert eine Straßenbahn zu, ringsherum erstrecken sich prachtvolle Baumkronen auf üppigen Grasflächen. Rechts und links genießen Radfahrerinnen und Fußgänger ihre Bewegungsfreiheit. Autos? Parken vereinzelt in den Seitenstraßen.

So könnte der Schweizer Platz einmal aussehen: Auf einer Informationsveranstaltung des Ortsbeirat 5 am Freitagabend stellte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) gemeinsam mit Michael Wejwoda, Leiter der Neubauabteilung im Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) und weiteren Magistratsvertreter:innen die Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung des Schweizer Platzes und der Schweizer Straße vor.

Die Studie ist ein erster Schritt zur Neugestaltung: 2019 war der Magistrat beauftragt worden, in Folge der Einigung mit der Initiative Radentscheid einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Ziel ist eine „planerische Umsetzung von hoher Qualität“ sagt Dezernent Majer.

Die Machbarkeitsstudie zeigt, welche Auflagen sich für den Realisierungswettbewerb ergeben. Sie sieht vor, dass der Autoverkehr künftig über die Mitte des Schweizer Platzes geführt wird. Die Randbereiche auf dem Platz und in der Schweizer Straße sollen dann Raum für Fußgängerinnen und baulich getrennte Radwege bieten.

Die Haltestelle Schwanthalerstraße würde auf den Schweizer Platz verlegt und barrierefrei werden. Die Seitenstraßen sollen für den Autoverkehr vom Schweizer Platz getrennt werden, Platzüberfahrten aber eventuell möglich sein. Parken und Andienung in der Schweizer Straße wäre abschnittsweise möglich, der Baumbestand soll überwiegend erhalten bleiben. Die Haltestelle Schweizer-/Gartenstraße würde ganz in die Gartenstraße verlegt und ebenfalls barrierefrei werden.

Majer betonte, dass es sich um eine Machbarkeitsstudie handele, nicht um „ausgearbeitete Pläne“. So entspann sich eine rege Diskussion: Jochem Heumann, Vorsitzender der CDU in Sachsenhausen, befürchtet die Verdrängung des Autoverkehrs in die Seitenstraßen. Wejwoda prognostizierte mit Verweis auf Berechnungen aber eine höchstens „moderate Mehrbelastung“.

Ortsbeirat Reinhard Klapproth (Grüne) glaubt, dass die Aufenthaltsqualität nicht verbessert werde, Parteikollegin Angelika von der Schulenburg regte deshalb eine Tempo-30-Zone in der Schweizer Straße an. Uwe Schulz (FDP) sprach sich für eine Beibehaltung der Abbiegemöglichkeiten in den Schweizer Platz aus. Ein Bürger hinterfragte die Zukunftsfähigkeit des Konzeptes – die Verkehrsanforderungen könnten bei der Projektrealisierung in einigen Jahren andere sein.

Ursula auf der Heide, ehemals Stadtverordnete der Grünen im Römer, wünschte sich für die Planungen den „Flaneur als Maß der Dinge“ – ein Bild, das Dezernent Majer aufgriff: Man wolle „Platz für Flaneure“ schaffen. Doch müsse auch der Autoverkehr mit Blick auf den Einzelhandel ausreichend berücksichtigt werden.

In der ersten Jahreshälfte 2022 soll ein Beteiligungsverfahren mit Bürger:innen beginnen, ab dem dritten Quartal ist dann der Realisierungswettbewerb für den Schweizer Platz sowie ein Ideenwettbewerb für die Schweizer Straße vorgesehen. Die Bauvorbereitung, die Koordinierung von Versorgungsträgern und die Vorlegung der Bau- und Finanzierungsvorlage folge Mitte 2024.

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