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Auf dem Schulhof wird schon alles für die Container vorbereitet, in die ziehen die Kinder, während ihre Schule saniert wird.

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Willemerschule wird zum Jubiläum saniert

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Die Willemerschule feiert 125-jähriges Bestehen. Kinder bekommen neue Toiletten und Mensa.

Die Geschichte der Willemerschule sei äußerst wechselhaft gewesen, sagt Silke Krämer, die kommissarische Schulleiterin. Seit 125 Jahren werden Sachsenhäuser Schüler in dem Gebäude an der Willemerstraße unweit des Lokalbahnhofs unterrichtet. Einst lernten hier Mädchen und Jungen getrennt. Noch heute sehe man die Zweiteilung des Gebäudes, sagt Krämer. Einige Zeit lang war die Grundschule zudem katholisch. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der gelb-rote Bau bei Bombenangriffen getroffen, allerdings lediglich Dach und Fenster beschädigt. In den unteren Stockwerken war ein Lazarett eingerichtet.

Bis vor einigen Jahren wurde ein Teil des Hauses von einer Abendhaupt- und Abendrealschule genutzt. 2014 zog diese aus. Denn die Schülerzahlen wachsen und die Kinder brauchen Platz. Innerhalb der letzten zehn Jahre habe sich die Zahl verdoppelt, berichtet Krämer. Heute besuchen rund 400 Kinder die Schule – aus mehr als 40 verschiedenen Herkunftsländern. Das klappe sehr gut, sagt Krämer. Sie führten kein Inseldasein. Die Kindern lernten unterschiedliche Kulturen und familiäre Hintergründe kennen.

Im Moment stehe die Willemerschule kurz vor der Auslagerung. Auf dem Hof werde gerade eine Fundamentierung vorbereitet - für Container. Im Februar ziehen die Kinder und 35 Lehrer für voraussichtlich eineinhalb Jahre in die Übergangsräume. Doch Krämer freut sich auf die Zeit, schließlich werden währenddessen im Gebäude die dringend nötigen Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehört etwa eine Trockenlegung, das Austauschen der Fenster, in den Klassenräumen werden Waschbecken angebracht und die Schüler bekommen neue Toiletten.

Auf dem Schulhof wird außerdem eine Mensa gebaut. Aber so dass die historische Fassade weiter sichtbar bleibe, erklärt Krämer. Seit Längerem musste sich die Schule mit einer provisorischen Lösung samt einer Warmanlieferung begnügen. Künftig können die Kinder dann in den neuen Räumen Mittag essen und es kann vor Ort gekocht werden. Hinter dem Gebäude gibt es noch einen weiteren Pausenhof, so dass glücklicherweise genug Außenfläche übrig bleibe, sagt Krämer. Gebaut wird erst wenn die Container wieder verschwinden.

Vor einigen Jahren wechselte die Schule zum Ganztagsprofil, das bedeutet, die Kinder werden von 7.30 bis 17 Uhr betreut. Die Schule arbeite hier eng verzahnt mit Erziehern des Freien Trägers Internationalen Bunds zusammen, sagt Krämer.

Das Jubiläum wird am kommenden Freitag mit einem Schulfest groß gefeiert. Die Kinder haben sich im Vorfeld eine Woche lang mit der Geschichte der Schule beschäftigt. Ihre Arbeiten präsentieren sie auf der Feier mit kleinen Ausstellungen, einem Mitmachstand und Theater. Auch über die Namensgeberin Marianne von Willemer konnten die Schüler forschen. Die Gattin des Bankiers Johann Jakob von Willemer und Muse von Johann Wolfgang von Goethe lebte im 19. Jahrhundert in Frankfurt. Der Dichter soll die Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin in seinem Werk „West-östlicher Divan“ verewigt haben.

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