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Seit der Sperrung des Mainufers ist es voller auf den Straßen, finden die Anwohner. 

Sachsenhausen

Sachsenhausen: „Den Verkehr massiv reduzieren“

Die Sachsenhäuser wünschen sich weniger Verkehr und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Grüne beraten mit Mitgliedern des Radentscheid und Anwohnern über Lösungen für’s Viertel.

Staus, Abgase und gefährliches Radeln sollen durch Lebensqualität, Platz und Freiraum für Fußgänger und Fahrradfahrer ersetzt werden. Das Verkehrsaufkommen in Sachsenhausen ist seit der nördlichen Mainufersperrung gestiegen. Pendler und Schwerverkehr fahren durch Wohngebiete, Staus nerven Anwohner. Zum Treffen der Stadtteilgruppe Sachsenhausen der Grünen wurde Heiko Nickel eingeladen. Als Mitinitiator des Radentscheids und Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, gibt er Hoffnung. „In den nächsten fünf Jahren werden 45 Kilometer Radwege an Hauptstraßen in Frankfurt gebaut. Und auch für die Nebenstraßen gibt es Konzepte, die wir am 23. März vorstellen werden.“

Mit Blick auf das Verkehrschaos in der Schweizer Straße erklärt er, dass es einen Wettbewerb für die gesamt Straße geben soll. Eine Frau beschwert sich über „Lebensgefahr für Radfahrer in der Brückenstraße. Das ist nicht besser als auf der Schweizer Straße“. Die große Runde am Tisch nickt zustimmend. Auch zu Fuß seien einige Straßen nicht begehbar, weil sie einfach zugeparkt seien, berichtet eine Frau. „ Sichere Radwege würden kommen, verspricht Nickel. „Das wird Parkplätze kosten. Andere Städte haben es vorgemacht. Mit City Maut zum Beispiel. Das hält Pendler raus aus der Stadt und lässt sie über Alternativen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nachdenken.“ Reinhard Klapproth sitzt für die Grünen im Ortsbeirat und ahnt, wie sich diese Diskussion entwickeln wird. „Die Anwohner werden toben, wenn Parkplätze wegfallen sollen. Ob sich da andere Fraktionen für aussprechen werden, Parkplätze zu minimieren, bezweifle ich.“

Das Ziel müsse sein, den Verkehr massiv zu reduzieren, sagt Nickel. Mit verbessertem ÖPNV und Park-and-ride-Plätzen und zusätzlicher Citymaut „gelingt das. Die Einnahmen durch die Maut könnten in mehr Bahnen und Busse investiert werden. Dann haben alle was davon.“ Besucher des Treffs haben bereits Ideen. „Parkplätze am Waldstadion außerhalb der Veranstaltungszeiten oder eine Seite der Babenhäuser Landstraße bieten sich doch an für Park-and-ride“, meinen sie. Über die Sperrung des nördlichen Mainufers gibt es unterschiedliche Meinungen. „So richtig attraktiv ist das nicht, aber bauliche Maßnahmen gehen in der Probezeit auch nicht. Die Töngesgasse autofrei wäre besser“, heißt es auf der einen Seite. „Nein, es ist toll, die freie Fläche zu erleben. Endlich können Touristen sicher die Straße überqueren und einfach Ruhe genießen“, heißt es auf der anderen Seite.

Problematisch sei der Stau, der sich seit der Sperrung in Sachsenhausen bildet. „Das kann man lösen“, so Nickel. „Wenn es von der Alten Brücke auf der Frankfurter Seite die Möglichkeit gäbe, nach rechts in die Schöne Aussicht abzubiegen und von der Konrad-Adenauer-Straße aus nach links auf die Berliner Straße, wäre schon ein Großteil gelöst.“

Ein weiterer Vorschlag ist die gleichzeitige Sperrung des südlichen Mainufers. Abwarten wolle man die Kommunalwahl im nächsten Jahr. „Es bringt ja nichts, den Norden gegen den Süden auszuspielen“, fasst Stadtverordnete Ursula auf der Heide zusammen. „Das Problem mit dem Schwerlastverkehr in Wohngebieten muss umgehend gelöst werden. Die Menschen müssen spüren, dass es weniger Verkehr gibt und mehr Lebensqualität. Das funktioniert mit besserem ÖPNV. Die Leute müssten vom Auto in Busse und Bahnen umsteigen.

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