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Stahlträger und Beton bilden das Gerüst des Neubaus.  

Bauarbeiten

Mühlbergschule Sachsenhausen: Turnhalle im Keller und unterm Dach

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Ein Architekt plant die Erweiterung der Mühlbergschule nach dem Hamburger-Prinzip. Die einst dreizügige Einrichtung wird 2020 fünfzügig sein.

Der Steppke bringt es auf den Punkt: „Das ist ja eine Riesenbaustelle“, staunt er auf dem Hof der Mühlbergschule am Lettigkautweg. Die Jungen und Mädchen der 2c sind die ersten Kinder, die ihre neue Schule inspizieren dürfen. Die Stadt hat für Freitag zum Richtfest geladen. Die 2c tanzt den Richtkranz.

Es ist eben ein innovativer Bau – und tatsächlich riesig. Der Weg zur Feier ist ausgeschildert, es geht über die – unterirdisch angelegte – Turnhalle, durch den Altbau, um die Ecke, die Treppe hoch, durch den Neubau, die Treppe hoch, in die Turnhalle. Ja, richtig gelesen, es gibt zwei Turnhallen, eine unten und eine oben.

Architekt Dirk Landwehr hat sich dabei am Hamburger-Prinzip orientiert, sagt er: Brötchenhälften oben und unten, dazwischen „viele leckere Dinge“. Etwa eine Mensa oder Betreuungsräume. Schulleiterin Elke Rimpf freut sich richtig auf den Umzug 2020. Die obere Halle soll als Aula dienen. „So etwas hatten wir im alten Gebäude nicht.“ Die nächste Einschulung wird sie „hoffentlich“ im Obergeschoss feiern, mit Blick auf den Stadtteil.

Nicht nur hatte das denkmalgeschützte Gebäude keine Aula. Es konnte auch nicht mehr Schüler aufnehmen. Elke Schimpf war da mit ihrer Klasse bereits in den vormaligen Computerraum umgezogen. Die Entwicklung des Henninger Areals als Wohngebiet hat zusätzlich Druck auf die Stadt gemacht, schnell neue Schulplätze zu schaffen.

Nur wo, im dicht besiedelten Sachsenhausen? Dem Architekten sei schließlich die „Quadratur des Kreises gelungen“, lobt Baudezernent Jan Schneider (CDU). Der Belobigte wehrt ab, erzählt lieber vom Burger-Essen mit seinem Sohn und wie er mit Lehrern und Kindern der Mühlbergschule eine Zukunftswerkstatt abgehalten hat. „Wir durften keinen Zentimeter vom Schulhof abzwacken“, sagt Landwehr. Also liegt die große Turnhalle jetzt unter dem Schulhof. Der kleine Anbau erhält ein begehbares Dach.

Die 2c erkundet die Baustelle der Mühlbergschule. 

Der große Anbau versteckt sich hinter dem Altbau mit Blick zum Lettigkautweg, mit seinem roten Sandstein und dem dunklen Schieferdach. Nur an der Seite lugt frech ein Stück moderne Architektur hervor. Ein bewusst gesetztes „Ausrufezeichen“, wie der Architekt sagt. Darin finden sich kleine Gruppenräume, etwa fürs stille Arbeiten oder damit Kinder auch mal zusammen laut sein können, je nach Bedarf.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist beeindruckt. Anerkennend lobt er das Zusammenspiel von alter Bausubstanz und moderner Architektur. Frankfurt wächst, das wird das Stadtoberhaupt nicht müde zu betonen. Also müsse die Schullandschaft nachziehen. 2019 hat die Verwaltung 65 000 Schüler in der Stadt gezählt. Allein in der Mühlbergschule sind es derzeit etwa 300, seit zwei Jahren ist die Einrichtung in Pavillons an der Seehofstraße ausgelagert. Dreizügig war sie einmal. 2020, nach Abschluss der Bauarbeiten, soll sie fünfzügig werden, mit rund 400 Kindern. 24,4 Millionen Euro investiert die Stadt dafür.

Elke Rimpf und ihr Team nutzen die verbleibende Zeit, um das Ganztagskonzept zu erarbeiten, wie die neuen Räume sich mit Leben füllen sollen. Kreativ müssen sie dabei sein, fast bietet das neue Ensemble schon wieder zu wenig Platz. Etwa für die Seiteneinsteigerklasse. Das sind Kinder, die aus dem Ausland zuziehen und jahrgangsübergreifend erst einmal Deutsch lernen müssen. Nach maximal zwei Jahren werden sie in anderen Klassen integriert. Bis dahin genießen sie eine Intensiv-Schulung.

„Aber auch die anderen Kinder brauchen Differenzierungsräume“, sagt Rimpf. Für Kleingruppen. Räume sollen mehrfach nutzbar sein. Die Flure etwa sind breit genug, um über entsprechende Möbel als Lernlandschaften zu dienen.

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