2014 sanieren Fachleute das Dach des Kirchenschiffs Nord. Jetzt ist der Turm an der Reihe.
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2014 sanieren Fachleute das Dach des Kirchenschiffs Nord. Jetzt ist der Turm an der Reihe.

Sanierung

Sachsenhausen: Stadt saniert den Turm von Dreikönig

  • vonAlexandra Flieth
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Der dritte Bauabschnitt steht an. Eine Rekonstruktion der historischen Blechkrabben ist nicht möglich.

Rund 130 Stufen sind es zur obersten Etage des 81 Meter hohen Turms der evangelischen Dreikönigskirche. Oben angekommen, entschädigt der Ausblick für die Mühe des Treppensteigens. Die Aussicht ist atemberaubend schön. Voraussichtlich für die kommenden zweieinhalb Jahre wird eine Besteigung des Turms bald unmöglich.

Der Turm steht im Mittelpunkt des dritten Bauabschnittes der Kirchensanierung. Ein Schutzzaun aus Holzlatten zum Haupteingang an der nordwestlichen Seite des Gotteshauses sowie ein Bauschild künden von den anstehenden Arbeiten, die mit „Fassadeninstandsetzung Kirchturm“ überschrieben ist. Bauherr ist das Kirchendezernat, dem Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) vorsteht.

Die Dreikönigskirche ist eine von acht Dotationskirchen von Frankfurt. Das bedeutet, dass das Gebäude von der Stadt unterhalten wird. Seit 2011 bereits wird der Bau nach und nach in Stand gesetzt. „Es nagte der Zahn der Zeit am Kirchengebäude“, erklärt Jörg Tietze, Vizevorsitzender des Kirchenvorstandes der Dreikönigsgemeinde.

Im ersten Bauabschnitt von 2011 und 2013 sanierten Fachleute Fassade und Dach am Kirchenschiff Süd. Im zweite Bauabschnitt 2014 und 2015 Fassade und das Dach am Kirchenschiff Nord. Für den dritten Bauabschnitt ist mit einer Bauzeit von zwei Jahren zu rechnen. Mit der Projektleitung ist das Amt für Bau und Immobilien (ABI) beauftragt.

Gerüst kommt in Kürze

Nach Auskunft von Wiebke Reimann, Sprecherin des Kirchendezernats, soll die Einrichtung für den Bauabschnitt, insbesondere das Aufstellen des Gerüstes, in Kürze beginnen. Frühestens in einem halben Jahr könnten dann die Bauarbeiten starten.

„Die Dreikönigskirche als südlichste Dotationskirche ist kultur-, aber auch bauhistorisch für die Stadt wertvoll. Die Kirche prägt seit ihrer Erbauung Ende des 19. Jahrhunderts durch den Dombaumeister Franz Josef Denzinger unser Stadtbild und auch das Große Stadtgeläut“, stellt Kirchendezernent Uwe Becker die besonderen Merkmale heraus. Es sei ihm ein persönliches Anliegen, diesen wertvollen Schatz zu pflegen und zu erhalten. Ziel sei, die intakte historische Bausubstanz zu erhalten sowie geschädigte und verwitterte Bauteile auszutauschen.

So soll bei der vorhandenen Naturschieferdeckung der aktuelle Bestand erhalten bleiben und repariert werden. Hierfür sei es notwendig, traditionelle Bautechniken zu nutzen, erklärt Wiebke Reimann. Zwar sei der Außenputz in der Vergangenheit mehrfach ausgebessert und stellenweise erneuert worden. Vor allem die stärker beanspruchte Westfassade zeige aber „eine flächige Rückwitterung des Oberputzes“ und müsse erneuert werden. Auch die Natursteinflächen seien in sehr unterschiedlichem Zustand.

Schwerpunkt der Natursteinarbeiten werde die Instandsetzung der steinernen Bauteile sowie der Austausch des Mörtels gegen neue Teile aus Naturstein. Die Bauforschung, für Arbeiten an historisch relevanten Gebäuden notwendig, übernimmt Bauhistorikerin Ulrike Schubert. Die Gesamtkosten der belaufen sich auf 3,2 Millionen Euro.

Auch Beleuchtung erneuern

Zu den Vorbereitungen gehörten auch Gespräche mit anderen Stellen, beispielsweise mit dem Naturschutzbund (Nabu). „Der Kirchturm ist Rupfplatz für Wanderfalken“, sagt Peter Hofmann, Kontaktmann der Dreikönigsgemeinde. Die Überreste ihrer Beute, zahlreiche Federn von Tauben und Möwen, sind in der oberen Etage des Turmes noch sichtbar.

2017 suchte das frühere Hochbauamt, das heutige ABI, Detailaufnahmen des achteckigen Turmhelms. Dieser erinnert in seiner Form an die Spitze eines Bleistifts und gibt der Kirche eine markante Form. Den Turmhelm zierten vor 1945 Schmuckelemente, so genannte Blechkrabben.

Der Suche nach den Detailaufnahmen lag die Idee zugrunde, dass die Blechkrabben im Zuge der Turmsanierung ebenfalls rekonstruiert werden sollten. Davon ist man mittlerweile abgekommen. Leider sei es nicht möglich gewesen, Detailaufnahmen zu bekommen, erklärt Reimann. Daher sei eine exakte Rekonstruktion nicht möglich.

„Nach Abschluss des dritten ist noch ein vierter Bauabschnitt geplant“, sagt Peter Hofmann. Das Gelände um die Kirche herum soll gestaltet werden. Es soll behindertengerechte Zugänge zur Kirche geben. Außerdem eine neue Kirchenbeleuchtung.

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