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Das Freibad ist denkmalgeschützt.  

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Stadionbad bekommt kein Dach

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Der Ortsbeirat 5 wünscht sich eine Traglufthalle, damit das Stadionbad in Sachsenhausen das Rebstockbad ersetzen kann. Das Gremium befürchtet Engpässe für die Schwimmer.

Das Stadionbad mit einer Traglufthalle zu überdachen, wird nicht möglich sein. Das liegt am Denkmalschutz des Geländes und der Becken, sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäder-Betriebe Frankfurt. Ohnehin müsste für einen Ganzjahresbetrieb das Wasser erwärmt werden, was im Stadionbad nicht möglich wäre.

Ob eine Überdachung des Freibades in Frage komme, möchte der Ortsbeirat 5 wissen und hat einen entsprechenden Antrag in seiner vergangenen Sitzung einstimmig beschlossen. Auch wie hoch der finanzielle Aufwand wäre, fragt das Gremium die Stadt. „Schulklassen, Vereinen und Bürgern stehen für das Schwimmen nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung“, heißt es in dem Papier der FDP. Zumal das Rebstockbad bald nicht mehr zur Verfügung stehe. Denn Frankfurts größtes Hallenbad soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 geschlossen, anschließend abgerissen und neu gebaut werden.

Man habe in einer Machbarkeitsstudie geprüft, in welchem Frankfurter Bad man eine Ausgleichsfläche für das Rebstockbad schaffen könne, sagt Zielinski. Um auch den Schulen und Vereinen ihren Unterricht und Training gewährleisten zu können. Die Wahl war auf das Hausener Bad gefallen, dort sei eine Überdachung möglich und das Becken sei ja beheizbar.

Gerade im Süden Frankfurts ergäben sich große Defizite, zumal das Textorbad recht klein sei, schreibt die FDP. Das Stadionbad biete sich deshalb an, weil es große Kapazitäten und eine gute Verkehrsanbindung habe. Außerdem könnte es der stark anwachsenden Bevölkerung im Süden durch die Warmwasseraufbereitung ein adäquates Schwimmbad ganzjährig zur Verfügung stellen.

Thomas Murawski (SPD) schlug vor, die Forderung um den Satz „unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und Installation einer Beckenheizung“ zu ergänzen. Er wurde in das Papier eingefügt. Murawski glaubt, dass das Argument des Denkmalschutzes nur vorgeschoben sei, schließlich betreffe das nur das Gebäude und nicht die Becken.

Abgesehen davon, findet der Ortspolitiker, dass eine Sanierung des Stadionbades anstehe. Die letzte Grundrenovierung liege schon lange zurück, das Jahr 1984 hat Murawski im Kopf. Da bestehe Handlungsbedarf.

Auch das dortige Hotel stehe schon lange leer und verkomme, bislang gebe es kein Nutzungskonzept, kritisiert er. Der Ortsbeirat wünschte sich eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, die auch die Wiedereröffnung des traditionsreichen Cafés miteinschloss und für die Besucher des Schwimmbades geöffnet werde.

Man sei nach wie vor mit einem Investor in guten Gesprächen, die hoffentlich bald positiv abgeschlossen sind, sagt Clarissa Böckl von der Sportpark Stadion GmbH. Diese ist Eigentümerin des Hotels. Auch sie freue sich, wenn endlich wieder eine sinnvoll Nutzung einzieht. Was genau geplant ist, werde man in absehbarer Zeit mitteilen.

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