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Der Schweizer Platz in Sachsenhausen soll schöner werden - nicht jedoch mit einem Kunstwerk aus Plastik. Foto:

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Ortsbeirat gegen Plastikblumen für den Schweizer Platz

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Der Ortsbeirat 5 hat das Kunstwerk von Luzius Ziermann für den Schweizer Platz abgelehnt. Die Skulptur mit zahlreichen Acryl-Stäben und bunten Elementen gefährde die Verkehrssicherheit, zudem wolle man kein Plastik fördern.

Der Ortsbeirat spricht sich gegen eine Installation von Luzius Ziermann auf der Mittelinsel des Schweizer Platz aus. In seiner vergangenen Sitzung am Freitag verabschiedete das Gremium einen Antrag der FDP. Die Idee des Sachsenhäuser Künstlers hatte eine Vielzahl von transparenten Acryl-Stäben mit bunten Elementen an der Spitze, die an Blumen erinnern sollen, vorgesehen.

Die SPD lehnte den Antrag ab. Das liege vor allem am Ton, machten die Parteimitglieder klar. „Ich würde mir das Kunstwerk auch nicht in den Garten stellen“, sagt Jan Binger. Man brauche Ziermann jedoch nicht diffamieren. Die Begründung sei ja richtig, man könne für die Neugestaltung des Platzes fordern, dass man kein Kunstwerk aus Plastik will.

Die FDP solle den Antrag zurückstellen und ihn überarbeiten, findet auch Parteigenosse Thomas Murawski. Es sei beim Verfassen scheinbar viel Adrenalin im Spiel gewesen. Besonders stört ihn die Formulierung „konfuses Konglomerat“ und „Machwerk“. Es gebe schließlich die Freiheit der Kunst.

FDP-Antragsteller Uwe Schulz bleibt bei seiner Fassung. Es gehe ja auch um Meinungsfreiheit. „Wir wollen vom Plastik weg“, das Werk könnte auch die Verkehrssicherheit gefährden. Den meisten Bürgern habe die Präsentation nicht gefallen. Diese hätten bei der Gestaltung des Platzes mitzureden.

Andere Gremiumsmitglieder sind ebenfalls nicht begeistert von dem Werk. Marlis Gutmann (Linke) findet es „potthässlich“, ihr wäre es lieber, wenn der Platz schön mit Blumen bepflanzt werde. „Kunst will provozieren“, sagt Cornelia Bensinger (fraktionslos). So erzeuge sie eben auch viel Gegenreaktion. Aber sie fände die Installation auch nicht mit anderen Materialien wie Holz besser.

Umstritten: Die Skulptur von Luzius Ziermann löst viele Diskussionen in Sachsenhausen aus.

Petra Korn-Overländer (SPD) wundert sich über die Debatte um das Werk, die sei bei den Anwohnern „hochgekocht“. Die Inhaber des Ladengeschäfts, in dessen Garten die Installation im Kleinformat aufgestellt war, sei verbal angegriffen worden. Und es habe sich sogar eine Bürgerinitiative dagegen gebildet, „da frage ich mich schon, ob diese Leute zu viel Zeit haben“.

Mitglieder der Bürgerinitiative sind ebenfalls in die Sitzung gekommen. Die Sachsenhäuser wollten verhindern, dass das Werk künftig in der Mitte des Schweizer Platzes steht. Die zum Teil bis zu drei Meter hohen und mehr als 300 Stäbe könne man sich dort nicht vorstellen, sagt Mitglied Christian Metz. Die Interessengemeinschaft habe sich spontan gegründet. „Wir wollten Schlimmeres verhindern.“ Einmal habe sich die Gruppe von etwa 20 Leuten bislang getroffen. Und sammelte rund 160 Unterschriften.

Über Kunst könne man streiten, aber der Initiative gehe es wesentlich um umweltpolitische und verkehrstechnische Gründe, sagt Rechtsanwalt Metz. Denn die Installation könnte Autofahrern die Sicht nehmen, ablenken und so gefährden. Die BI wünscht sich wie viele lieber eine grüne Fläche mit Blumen für Insekten. Er sei nun erleichtert, sagt Metz, denn so wie es aussehe, habe sich ihre Mission bereits erfüllt.

Verwirrung hatte es um die Beschriftung der Tafel an dem Kleinformat der Installation gegeben. Dort war zu lesen gewesen, die CDU hätte sich für das Kunstwerk eingesetzt. Das sei so nicht richtig, stellt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) in der Sitzung erneut klar. Der Ortsbeirat habe lediglich vorgeschlagen, das Werk eines lokalen Künstlers mit einzubeziehen, etwa das Ziermanns.

Wenn es zu einer Neugestaltung des Platzes kommt, sollen die Bürger mitreden können, findet der Ortsbeirat. Zuvor soll ein Konzept erarbeitet werden, um die Verkehrssituation auf der Schweizer Straße mitsamt dem Platz für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer zu verbessern.

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