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Der Sachsenhäuser Krimiautor Christof A. Niedermeier wohnt in der Nähe der Textorstraße.
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Der Sachsenhäuser Krimiautor Christof A. Niedermeier wohnt in der Nähe der Textorstraße.

Literatur

Mord in der Küche

  • Sabrina Butz
    vonSabrina Butz
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Der Krimi-Autor Christof Niedermeier wird beim Schreiben selbst zum Ermittler. Mittlerweile hat der Kommunikationsberater aus Frankfurt-Sachsenhausen seinen fünften Band vorgelegt.

So schwer kann es doch nicht sein, eine spannende Geschichte zu erzählen! Mit diesem Gedanken sei Christof Niedermeier vor mehr als zehn Jahren zum Schreiben gekommen. Damals war er auf der Suche nach einem kreativen Hobby. Der heute 51-Jährige liest selbst am liebsten „klassische englische Krimis wie Sherlock Holmes oder Agatha Christie“. Mittlerweile ist sein fünftes Buch seiner Krimireihe um den Gastronomen Jo Weidinger erschienen.

Niedermeier selbst arbeitet hauptberuflich als Kommunikationsberater. Seit zehn Jahren lebt er nun in Sachenhausen – „und das sehr gerne“. Er schätze das Sachsenhäuser „Lebensgefühl“ mit vielen Cafés und Restaurants. Oder das Stöbern in der Buchhandlung „Buchplatz“, wo er selbst schon eine Lesung gab. Im „Café Glücklich“ in der Textorstraße, ganz in der Nähe seiner Wohnung, erkannte ihn vor dem Lockdown zufällig eine Spaziergängerin: Sie war vor einigen Jahren bei einer Lesung und sei von Niedermeiers Krimis begeistert. Dass es inzwischen einen weiteren Band gibt, freue sie sehr, habe sie ihm gesagt.

„Der Tod kam zum Dessert“ lautet der Titel. Darin wird ein Frankfurter Unternehmer bei seinem Geburtstagsfest vergiftet, ein Mitarbeiter von Küchenmeister Jo gerät unter Verdacht. Jo selbst fürchtet um seine Ehre als Koch und um den Ruf seines Restaurants. Daher fängt er auf eigene Faust an zu ermitteln, auch aus Sorge, dass die Kriminalpolizei zu vorschnell urteilt.

Dass Jo ein Restaurant im Mittelrheintal leitet, ist kein Zufall. Niedermeier sagt, ihn habe die geliebte idyllische Kulisse in Kontrast mit den brutalen Morden fasziniert. Und der Gastronom sei durch den Kontakt zu Stammgästen eben auch sehr gut vernetzt, kennt einen Anwalt, einen Journalisten, einen ehemaligen Mitarbeiter des ermordeten Unternehmers – „so bekommt er Einblicke, die einem Privatdetektiv sonst wohl eher verwehrt bleiben“, sagt der Autor.

Jo sei kein Alter Ego von Niedermeier, auch wenn es einige charakterliche Parallelen wie das Radfahren und die Liebe zum Essen gebe. Vielmehr habe der Koch über die Jahre ein Eigenleben entwickelt, auch Niedermeier lerne ihn immer besser kennen.

Die psychologische Beobachtung der Figuren interessiere den Autor sehr, auch die Beobachtung des Mörders. Denn ein Mörder sei nicht per se böse, sondern werde gewissermaßen dazu gemacht: durch seine Biografie und Erfahrungen, durch Rachebedürfnisse und wegen des Motivs, das dann doch meist Leidenschaft oder Geld sei. Er recherchiert viel zu seinen Themen, das mache ihm am meisten Spaß, sagt er. In jedem Buch lege er einen anderen Schwerpunkt und schaue sich dort um. „Diese Einblicke in andere Lebensbereiche finde ich toll.“ So ging es schon für einige Tage nach Tokio und zu einem Schwertschmied. Mit einer Rechtsmedizinerin steht er in Kontakt; sie überprüft, was er schreibt.

Die Ideen für die Handlungen kämen meist sehr spontan. In all den Büchern „stolpert Jo über seine Fälle“, genau wie der Autor selbst über seine Ideen. „Ich bin auch wie ein Ermittler“, sagt der Krimiautor. Er sei irgendwo unterwegs, am liebsten eben mit dem Rad im Mittelrheintal, und sehe dann einen Ort vor sich, an dem ein Mord geschehen sein könnte. Daraufhin ermittle er, wie und warum dieser Mord geschah – das ganze Buch sei noch vor dem Schreiben komplett in seinem Kopf.

Die Umgebungen der Geschichten seien deswegen meist sehr realistisch und nur minimal verfremdet. Das Frankfurter Gefängnis, in dem ein Teil des neuen Buchs spielt, habe er besucht und untersucht. Da der ermordete Unternehmer einen Konzern in Höchst leitet, sei der eingeschriebene Konflikt von Pharmaindustrie und Umweltschutz naheliegend gewesen.

Die Geschichte lag schon lange in Niedermeiers Schublade, es war die erste, die er je geschrieben hat. Nur einen Aspekt habe er dem Manuskript hinzugefügt. Denn in der Zwischenzeit habe er ausführlich mit zwei Menschen gesprochen, die unschuldig in Untersuchungshaft saßen. So konnte er im Buch sehr eindrücklich schildern, wie schwierig diese Situation für die Betroffenen ist. „Das Eingesperrtsein und diese Warterei zieht einem den Boden unter den Füßen weg“, stellt der Hobbyautor fest.

Weitere Informationen zum Autor unter: www.christofaniedermeier.de

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