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Bei der Binding Brauerei geht es los, bis zum Paradiesplatz bewegt sich der Tross.  

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Kleiner Umzug für die Brunnen

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Die Festgesellschaft des 529. Brunnenfests reist am Samstag mit Polizeieskorte durch den Stadtteil.

Zum Umzug des 529. Sachsenhäuser Brunnenfestes läuft vorneweg eine Blaskapelle die Darmstädter Landstraße hinab. Dahinter folgt eine Fußgruppe mit Brunnenkönigin Gabriele I. sowie den Sachsenhäuser Bürgersleute in ihren traditionellen Kostümen, dazu ein Traktor mit Hänger und darin die Kerbburschen und -mädchen.

„Schön“, findet die Brunnenkönigin, Gabriele Umbach, wie sie mit vollem Namen heißt, den Umzug. „Ich bin das schon gewohnt aus der Fastnacht“, sagt die 49-Jährige, die sich nach dem Auszug ihrer beiden erwachsenen Kinder dazu entschieden habe, Brunnenkönigin zu werden. Beim Preungesheimer Karnevalsverein FKG Rot-Weiß tanzt die Sachsenhäuserin in der Garde.

Waltraud Hofmann unterstütze die Brunnenköniginnen mit ihrer langjährigen Erfahrung und beantwortet dann auch die Frage, ob Umbach heute noch eine Rede halten müsse, was bisher noch nicht zu deren Spezialgebieten zähle, wie die neue Königin einräumt. „Zum Bieranstich“, sagt Hofmann kurz und knapp.

Hinter den Bürgersleuten läuft Gabrieles Vorgängerin Yvonne II. Traurig sei sie nicht, dass ihre einjährige Regentschaft vorbei sei, sagt sie. „Alles hat seine Zeit, jetzt kann ich alles anders genießen“. Aus dem Hänger, in dem rund ein Dutzend Kerbburschen und -mädchen sitzen, werden immer wieder Schnäpschen an Zuschauer verteilt. Eine Polizei-Eskorte mit einem Wagen und zwei Motorrädern begleitet den Umzug, dessen Route über die Mörfelder Landstraße, am Schweizer Platz vorbei zum Paradiesplatz führt. Dahinter und drumherum staut sich der Verkehr.

Passanten bleiben stehen, winken der kleinen Gesellschaft zu, die mit lauter Blasmusik und Schlagern aus den Boxen der Kerbburschen vorbei zieht. Auch aus machem Auto und Haus wird geschaut und gewunken. Ursprung des Brunnenfestes sind die Brunnenbegehungen im Mittelalter. Während hibbdebach, auf Frankfurter Seite eine Firma beauftragt worden sei, hätten die Sachsenhäuser – dribbdebach, am anderen Mainufer – ihre Brunnen ehrenamtlich reinigen lassen und dafür einen Brunnen-Schultheis beauftragt, berichtet Dieter Reuter, von der Sachsenhäuser Brunnen- und Kerbegesellschaft. „Mit dem übriggebliebenen Geld wurde gefeiert“, sagt er. So sei das Brunnenfest entstanden.

Von den mehr als 60 Brunnen im Stadtteil werden heute noch fünf symbolisch abgelaufen, verrät der Vorsitzende des Vereins, Dieter Breidt, der gleichzeitig Brunnen-Schultheis ist. Die Brunnen am Affentor- und Paradiesplatz, der Sankt Georgs- sowie Hirschbrunnen und die Quelle der Frau Rauscher in der Klappergass werden vor dem Fest Besuche abgestattet. Breidt weihe diese Brunnen, wie er sagt und gebe der Stadt weiter, wenn sie dreckig seien. Denn die übernimmt die Reinigung.

Mit Blick auf den verhangenen Himmel, sagt Breidt: „Wir sind froh, dass es regnet, damit die Brunnen wieder voll werden“. Aber ausgerechnet am Wochenende des Brunnenfestes müsse das ja nicht sein, findet er. Dann steigt er in den 30er-Bus und fährt vor zum Paradiesplatz, um das Fest dort vorzubereiten, während der Umzug durch Sachsenhausen hinterherzieht.

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